Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt
Infrastruktur und erneuerbare Energien in Deutschland
Berlin () – Der deutsche Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz warnt davor, es mit dem Solarzubau in Deutschland zu übertreiben. Die Vielzahl an negativen Strompreisen im Mai zeige, dass Deutschland günstigen Strom aus erneuerbaren Energien herstellen könne, sagte 50-Hertz-Chef Stefan Kapferer in einem Podcast des Senders ntv. Gleichzeitig werde damit deutlich, dass das System noch nicht auf die großen Mengen erneuerbaren Stroms vorbereitet sei.
„Der Strompreis berechnet sich nicht nur durch Gestehungskosten. Wir müssen die Systemkosten im Griff behalten, also den Netzausbau und auch den Redispatch, also die Eingriffe ins Stromsystem“, so Kapferer. Die Botschaft des 50-Hertz-Chefs ist deutlich: Man sollte fünf oder sechs Jahre andere Prioritäten als den massiven Zubau weiterer Solarparks setzen.
Der Netzbetreiber fügte hinzu, dass seine Warnung nicht alle Regionen oder alle Technologien betreffe. Er rede nicht davon, den Ausbau der Erneuerbaren zu bremsen, so Kapferer. Bei Windkraft an Land und auf See müsse die Dynamik der Genehmigungen unbedingt auf die Umsetzung der Projekte übertragen werden. Es gehe nur um den Solarzubau. Dort habe es einen enormen Zuwachs gegeben, es sei kein zusätzliches Tempo notwendig. „Das muss man so klar sagen.“
Als Beispiel nennt Kapferer Brandenburg. Das Land befindet sich im Netzgebiet von 50 Hertz. Brandenburg müsse beständig Strom exportieren, weil die erneuerbaren Erzeugungskapazitäten 17 Gigawatt betragen, die Last aber nur drei Gigawatt. Dort werde sicherlich weitere Windkraft benötigt für Zeiten, in denen keine Sonne scheint, aber Solarparks nicht unbedingt.
Anders sehe es in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg aus. „Die verkraften weitere Kapazitäten. Das sind Industrieregionen, die den Strom aufnehmen können“, sagte der Netzbetreiber. In Berlin und Hamburg sei auch jede Solaranlage wunderbar, egal ob privat oder Gewerbe. Der Stromverbrauch sei vorhanden.
Kapferer ist seit 2019 Vorstandsvorsitzender von 50 Hertz. Der Übertragungsnetzbetreiber ist für den Netzbetrieb in Berlin, Hamburg und allen ostdeutschen Bundesländern verantwortlich.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Solarzellen (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- 50 Hertz warnt vor übermäßigem Solarzubau in Deutschland.
- Negative Strompreise im Mai zeigen, dass das System nicht auf große Mengen erneuerbaren Stroms vorbereitet ist.
- Kapferer fordert eine Priorisierung anderer Bereiche vor weiterem Solarzuba.
Warum ist das wichtig?
- Warnung vor Überforderung des Stromnetzes durch Solarzubau
- Notwendigkeit, Systemkosten und Netzausbau zu berücksichtigen
- Fokus auf Windkraft-Projekte und regionale Unterschiede im Solarzubau
Wer ist betroffen?
- Bewohner von Brandenburg
- Einwohner von Nordrhein-Westfalen
- Bewohner von Baden-Württemberg
- Stromverbraucher in Berlin und Hamburg
Zahlen/Fakten?
- 17 Gigawatt erneuerbare Erzeugungskapazitäten in Brandenburg
- Stromlast in Brandenburg nur 3 Gigawatt
- Kapazitäten in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg verkraften mehr Strom
Wie geht’s weiter?
- Fünf oder sechs Jahre andere Prioritäten setzen als massiven Solarzubau
- Windkraftgenehmigungen dynamisch umsetzen
- Regionale Unterschiede beachten: Brandenburg benötigt weniger Solarparks, NRW und BW können weitere Kapazitäten verkraften
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