Wirtschaft in Frankfurt: Börsenstart
Frankfurt/Main () – Der Dax ist am Freitagmorgen freundlich in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 24.910 Punkten berechnet, 0,6 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag.
„Die Angst vor steigenden Zinsen ist zurück an der Börse, weil die Rohölpreise weiter steigen und die Europäische Zentralbank darauf hinweist, dass sie mit weiteren Preissteigerungen durch die hohen Energiepreise rechnet“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst CMC Markets. „Zusätzlich drückten sehr feste US-Arbeitsmarktdaten auf die Stimmung, da sie der US-Notenbank mehr Spielraum für Zinserhöhungen geben, ohne die US-Konjunktur maßgeblich zu schwächen. Nicht zuletzt sorgten enttäuschte und verkaufende Investoren nach diversen Quartalszahlen für Verluste in den großen Indizes.“
„Die Börsen in Asien nahmen den Staffelstab auf und in Japan, Südkorea und China fielen die Kurse. Für den Handel in Frankfurt zeichnet sich nach dem gestrigen Rutsch im Dax heute Morgen allerdings eine leichte Beruhigung ab. Die Quartalszahlen von SAP fielen besser aus als erwartet. Der Walldorfer Software-Konzern überzeugt durch Wachstum in seinem wichtigen Cloud-Geschäft.“
„Die Zahlen von Porsche und Volkswagen fallen wie erwartet schwächer aus und lassen die jüngst entstandene Hoffnungsblase im Autosektor wieder platzen. Beide Unternehmen leiden unter der Last hoher Umstrukturierungskosten. Die Anleger hatten auf eine schnellere Erholung im europäischen Autosektor gehofft. Die Gewichtung des Sektors ist im Dax jedoch so gering, dass die Kursverluste von VW, Mercedes-Benz und Co. kaum ins Gewicht fallen. Sie werden vom Plus bei den Indexschwergewichten SAP und Rheinmetall kompensiert.“
„Auch die Quartalszahlen von Intel strahlen positiv auf die europäischen Halbleiterwerte ab. Der US-Konzern konnte mit einem überraschend starken Umsatzzuwachs aufwarten und die Erwartungen übertreffen. Davon könnten heute die Aktien von Infineon, SUSS-Micro und ASML profitieren.“
„Heute werden die Einkaufsmanagerindizes aus Europa und den USA mit Blick auf die weitere Konjunkturentwicklung in den Wirtschaftsräumen USA und Europa interessant. Zusätzlich schleicht sich das ungeliebte Thema Strafzölle auf die Agenda. US-Präsident Trump hat einen neuen Schritt zur Etablierung von Strafzöllen gegen 60 Länder, unter anderem aus der EU, unternommen. Das könnte erst der Anfang für weitere Maßnahmen in diese Richtung sein. Der Kampf um die 25.000er-Marke im Dax dürfte in den kommenden Tagen weitergehen, wird aber zunehmend schwieriger“, sagte Lipkow.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagmorgen etwas stärker: Ein Euro kostete 1,1399 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8773 Euro zu haben.
Der Goldpreis zeigte sich kaum verändert, am Morgen wurden für eine Feinunze 4.050 US-Dollar gezahlt (unverändert). Das entspricht einem Preis von 114,22 Euro pro Gramm.
Der Ölpreis sank unterdessen deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 98,70 US-Dollar, das waren 199 Cent oder 2,0 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Frankfurter Börse |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Der Dax startete am Freitagmorgen freundlich und lag gegen 9:30 Uhr bei rund 24.910 Punkten, etwa 0,6 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag
- Steigende Rohölpreise und die Erwartung der EZB weiterer Preissteigerungen sowie feste US-Arbeitsmarktdaten beeinflussten die Stimmung, zusätzlich belasteten enttäuschte und verkaufende Investoren nach Quartalszahlen
- SAP schnitt besser als erwartet ab, während Porsche und Volkswagen schwächere Quartalszahlen lieferten und Hoffnungen im Autosektor wieder dämpften
Warum ist das wichtig?
- Steigende Rohölpreise und Hinweise der EZB auf weitere Preissteigerungen erhöhen die Sorge vor Zinserhöhungen und beeinflussen damit die Börsenstimmung
- Sehr feste US-Arbeitsmarktdaten geben der US-Notenbank Spielraum für Zinserhöhungen und wirken zusätzlich auf die Kursentwicklung
- Neue Schritte bei Strafzöllen können die Konjunktur und Wirtschaftsaussichten belasten und damit die nächsten Handelstage an der 25.000er-Marke im Dax prägen
Wer ist betroffen?
- Anleger an der Börse, die nach diversen Quartalszahlen enttäuschte und verkaufende Investoren sind
- Europäische Investoren und Aktienkäufer, insbesondere im Autosektor, wegen schwächerer Quartalszahlen von Porsche und Volkswagen
- Anleger in europäischen Halbleiterwerten wie Infineon, SUSS-Micro und ASML aufgrund positiver Intel-Zahlen
Zahlen/Fakten?
- Dax bei rund 24.910 Punkten, 0,6 Prozent über Schlussniveau vom Vortag
- Euro 1,1399 US-Dollar; 1 US-Dollar = 0,8773 Euro
- Brent 98,70 US-Dollar pro Fass; 2,0 Prozent niedriger; 1 Feinunze Gold 4.050 US-Dollar (unverändert)
Wie geht’s weiter?
- Die Einkaufsmanagerindizes aus Europa und den USA rücken mit Blick auf die Konjunktur in den Fokus
- Das Thema Strafzölle kommt erneut stärker auf die Agenda, was den Markt belasten könnte
- Der Kampf um die 25.000er-Marke im Dax geht weiter, dürfte aber in den kommenden Tagen zunehmend schwieriger werden
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