Chiphersteller Nexperia bekommt aus China kein Geld

14. November 2025
1 min Lesezeit

Chiphersteller Nexperia bekommt aus China kein Geld

Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt

Wirtschaft: Nexperia und die China-Situation

Nijmegen () – Der Chiphersteller Nexperia liefert zwar wieder aus seinem Werk in , ist aber faktisch gespalten in einen China-Zweig und den Restkonzern. Kunden des chinesischen Werks zahlen nicht auf ein Konzernkonto ein – und sie zahlen nicht wie üblich in US-Dollar, sondern in chinesischer Währung. Das teilte das Unternehmen auf Anfrage mit, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Samstagausgabe) schreibt.

„Es ist gut, dass wieder Produkte [aus dem Werk] herauskönnen“, sagte ein Sprecher. Doch würden die Bestellungen anders als sonst abgerechnet. „Es geht kein Geld bei Nexperia Corp ein“ – also beim Konzern, der in Nijmegen in den Niederlanden ansässig ist. Kunden müssten auf Druck des örtlichen Managements in China bezahlen, auf Konten „außerhalb unserer Gruppe“. Existenzbedrohend sei das nicht, „es bringt uns nicht in Gefahr“, sagte der Sprecher. „Besorgniserregend“ sei die Lage allerdings schon.

Nexperia ist ein Schlüssellieferant für viele Industrieunternehmen, vor allem in der Autoindustrie. Nexperia (gut 2 Milliarden Euro Umsatz 2024) war früher Teil des Philips-Konzerns und gehört nach Eigentümerwechseln seit 2019 dem chinesischen Investoren Zhang Xuezheng über dessen Gesellschaft Wingtech. Zwischen dem europäischen und dem chinesischen Teil des Konzerns hat sich ein Zwist aufgetan – als Folge politischer Verwicklungen zwischen den Niederlanden, China und den USA einerseits und offenkundig internen Intrigen andererseits. In Nijmegen betreibt Nexperia Forschung und Entwicklung, die Produktion liegt im Ausland: im Hauptwerk , in Manchester und an drei asiatischen Standorten – einer von ihnen ist das chinesische Dongguan.

Von den jährlich 110 Milliarden Chips produzieren die Werke außerhalb Chinas nach aktuellen Nexperia-Angaben 45 Milliarden. Dongguan fertigt 50 Milliarden Chips für den Export, den Rest für den eigenen Markt. Die Produkte aus China sind im Schnitt nach Nexperia-Angaben niedrigpreisiger als jene der anderen Werke. Deswegen fällt ihr Umsatz unterproportional zum Absatz aus. Nexperia fertigt Standardchips und erwirtschaftet grob die Hälfte des Geschäfts mit der Autoindustrie. In anderen Branchen kommen die Produkte zum Beispiel in GPS-Trackern und Smartphones zum Einsatz, in Wärmepumpen und Temperatursensoren für die Medizin.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Container (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Nexperia hat wieder die Produktion in China aufgenommen, ist jedoch faktisch in einen China-Zweig und den Restkonzern gespalten.
  • Kunden aus China zahlen in chinesischer Währung auf Konten außerhalb des Konzerns und nicht auf ein Konzernkonto.
  • Die Situation wird als "besorgniserregend" bezeichnet, obwohl sie nicht existenzbedrohend ist.

Warum ist das wichtig?

  • Strategische Bedeutung als Schlüssellieferant für Industrie und Autoindustrie
  • Politische und interne Konflikte gefährden Unternehmensstruktur und Zahlungsabwicklung
  • Abhängigkeit von chinesischen Zahlungen könnte langfristige Geschäftsbeziehungen beeinflussen

Wer ist betroffen?

  • Kunden des chinesischen Werks von Nexperia
  • Industrieunternehmen, insbesondere in der Autoindustrie
  • Nexperia selbst, in Splitterung zwischen China-Zweig und Restkonzern

Zahlen/Fakten?

  • Nexperia erwartet 2024 einen Umsatz von gut 2 Milliarden Euro.
  • Jährlich werden 110 Milliarden Chips produziert, davon 45 Milliarden außerhalb Chinas.
  • Das chinesische Werk Dongguan produziert 50 Milliarden Chips, der Rest für den eigenen Markt.

Wie geht’s weiter?

  • Überwachung der finanziellen Abrechnungen für das China-Werk
  • Beobachtung der politischen und internen Entwicklungen im Konzern
  • Strategische Anpassung der Geschäftsmodelle in China und Europa
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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