Gesellschaft: Obdachlose in Bahnhöfen
Berlin () – Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe befürchtet neue Härten für obdachlose Menschen mit Alkoholsucht vor dem Hintergrund des geplanten bundesweiten Alkoholkonsumverbots an Bahnhöfen.
Ein Verbot verändere nicht die Lebenslage der Menschen, die sich am Bahnhof aufhalten, sondern verdränge sie lediglich aus dem Blickfeld, sagte Vize-Geschäftsführer Joachim Krauß dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochausgabe). Der Bahnhof gehöre für viele zu den wenigen witterungsgeschützten und gut zugänglichen öffentlichen Orten. Durch das Verbot würden die Menschen in Bereiche gedrängt, die weniger Schutz bieten und weniger Anschluss an das Hilfesystem haben, so Krauß.
In Hamburg, wo ein entsprechendes Verbot bereits gilt, habe man die Erfahrung gemacht, dass die Menschen in angrenzende Stadtteile verdrängt wurden. Die dadurch entstandene öffentliche Aufmerksamkeit habe allerdings auch einen positiven Nebeneffekt: Die Stadt Hamburg baue inzwischen niedrigschwellige Hilfeangebote in unmittelbarer Bahnhofsnähe aus. Krauß erklärte, es brauche aufsuchende Ansätze wie Streetwork sowie die Schaffung von Akzeptanzräumen statt Verbote.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Obdachloser (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Vermischtes - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe befürchtet neue Härten für obdachlose Menschen mit Alkoholsucht durch ein geplantes bundesweites Alkoholkonsumverbot an Bahnhöfen
- Das Verbot solle die Betroffenen aus dem Blickfeld verdrängen, in weniger geschützte Bereiche, weg vom Anschluss an das Hilfesystem
- In Hamburg, wo das Verbot bereits gilt, seien Menschen in angrenzende Stadtteile verdrängt worden; zugleich würden dort inzwischen niedrigschwellige Hilfeangebote in Bahnhofsnähe ausgebaut
Warum ist das wichtig?
- Ein Alkoholkonsumverbot an Bahnhöfen verändere die Lebenslage nicht, sondern verdränge obdachlose Menschen mit Alkoholsucht aus dem Blickfeld
- Die Verdrängung könnte in weniger geschützte Bereiche führen und den Anschluss an das Hilfesystem erschweren
- Statt Verbote seien aufsuchende Ansätze wie Streetwork und der Ausbau niedrigschwelliger Hilfeangebote sowie Akzeptanzräume entscheidend
Wer ist betroffen?
- Obdachlose Menschen mit Alkoholsucht, die sich an Bahnhöfen aufhalten
- Menschen, die durch ein Alkoholkonsumverbot aus dem Blickfeld in weniger geschützte Bereiche verdrängt werden
- Obdachlose Menschen in Städten wie Hamburg, in denen ein entsprechendes Verbot bereits gilt
Zahlen/Fakten?
- geplantes bundesweites Alkoholkonsumverbot an Bahnhöfen
- in Hamburg gilt ein entsprechendes Verbot bereits
- Hamburg baut niedrigschwellige Hilfeangebote in unmittelbarer Bahnhofsnähe aus
Wie geht’s weiter?
- Ein Alkoholkonsumverbot an Bahnhöfen könnte obdachlose Menschen mit Alkoholsucht aus dem Blickfeld verdrängen und in weniger geschützte Bereiche drängen
- In Hamburg zeigte sich, dass betroffene Menschen in angrenzende Stadtteile verdrängt wurden, während gleichzeitig niedrigschwellige Hilfeangebote in Bahnhofsnähe ausgebaut wurden
- Statt Verbote brauche es aufsuchende Ansätze wie Streetwork sowie Akzeptanzräume
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