Politik: Zuckersteuer für Gesundheitsprävention in Berlin
Berlin () – Die Verbraucherzentralen haben einen zielgerichteten Einsatz der geplanten Zuckersteuer gefordert.
Man setze sich dafür ein, „die Einnahmen aus der Zuckersteuer für eine vernünftige und nachhaltige Finanzierung der Gesundheitsförderung zu verwenden“, sagte Ramona Pop, die Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (VZBV), dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Samstagausgaben). Prävention beschränke sich aber nicht auf die Gesundheit allein, es gehe auch um die Bereiche Arbeitswelt, Ernährung, Verkehr, Stadtentwicklung und viele mehr, sagte sie und forderte eine Koordinierung aller notwendigen Maßnahmen aus dem Bundeskanzleramt heraus.
„Wir sehen mit Sorge, dass die Lebenserwartung in Deutschland inzwischen unter den EU-Durchschnitt gerutscht ist“, sagte Pop und verwies darauf, dass bei der Bekämpfung von Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Adipositas oder Diabetes hierzulande so gut wie keine Fortschritte erzielt worden seien. Auch beim Schutz vor Hitze gebe es erheblichen Nachholbedarf. Insgesamt brauche es eine Prävention, „die sich nicht auf den Gesundheitsbereich beschränkt“, sagte Pop. Nur im Kanzleramt gebe es „die Kompetenz, alle wichtigen Ressorts an einem Tisch zu versammeln“.
Pop verwies auf die wirtschaftliche Dimension des Problems. „Derzeit ist der Gesundheitsbetrieb ein Stück weit der Reparaturbetrieb. Wir zahlen hinterher die Kosten für das, was man vorher mit Gesundheitsförderung nicht hinbekommen hat. Wobei das dann viel teurer ist“, sagte sie. Die volkswirtschaftlichen Kosten der chronischen nicht-übertragbaren Krankheiten seien gerade in einer alternden Gesellschaft erheblich. „Ein besonders bedrohlicher Trend ist auch, dass jüngere Menschen heute kränker sind als früher“, sagte Pop. „Wenn man darüber diskutiert, wie wir die Produktivität steigern können in Deutschland, gehört das Thema Prävention ebenfalls dazu.“
Zur Finanzierung der Maßnahmen können sich die Verbraucherschützer auch eine Erhöhung der Tabak- und Alkoholsteuer vorstellen, wie Pop sagte. Insgesamt müsse das Geld „unabhängig von Krankenkassen und anderen Institutionen eingesetzt werden, damit der Fokus eindeutig auf Gesundheitsförderung liegt“. Es dürfe nicht darum gehen, „den x-ten Rückenkurs zu finanzieren“.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Coca Cola in einem Supermarkt (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Vermischtes - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Die Verbraucherzentralen fordern einen zielgerichteten Einsatz der geplanten Zuckersteuer zur nachhaltigen Finanzierung von Gesundheitsförderung
- Ramona Pop kritisiert, dass bei der Prävention bislang zu wenig Fortschritte erzielt wurden, und fordert eine Koordinierung der Maßnahmen aus dem Bundeskanzleramt
- Zur Finanzierung schlagen die Verbraucherzentralen auch eine Erhöhung der Tabak- und Alkoholsteuer vor und verlangen eine unabhängige Verwendung des Geldes für Gesundheitsförderung
Warum ist das wichtig?
- Einnahmen aus der Zuckersteuer sollen gezielt zur nachhaltigen Finanzierung von Gesundheitsförderung verwendet werden statt in anderen Bereichen zu verschwinden
- Prävention braucht eine Koordinierung über alle wichtigen Ressorts, weil sie nicht nur Gesundheit betrifft, sondern auch Arbeitswelt, Ernährung, Verkehr und Stadtentwicklung
- Prävention senkt langfristig hohe volkswirtschaftliche Kosten, weil der Gesundheitsbetrieb sonst oft nur „Reparaturbetrieb“ wird und jüngere Menschen heute kränker seien als früher
Wer ist betroffen?
- Menschen in Deutschland mit Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Adipositas oder Diabetes
- Jüngere Menschen, die heute kränker sind als früher
- Bevölkerung insgesamt mit steigenden Kosten chronischer nicht-übertragbarer Krankheiten in einer alternden Gesellschaft
Zahlen/Fakten?
- Einnahmen aus der Zuckersteuer sollen für eine vernünftige und nachhaltige Finanzierung der Gesundheitsförderung verwendet werden
- Deutschland: Lebenserwartung inzwischen unter dem EU-Durchschnitt
- Ergänzend werden höhere Tabak- und Alkoholsteuer zur Finanzierung der Maßnahmen in Betracht gezogen
Wie geht’s weiter?
- Einnahmen aus der Zuckersteuer sollen für eine nachhaltige Finanzierung der Gesundheitsförderung verwendet werden
- Prävention soll bundesweit koordiniert und nicht nur auf den Gesundheitsbereich beschränkt werden, mit Ressorts unter Federführung des Bundeskanzleramts
- Zusätzlich werden Erhöhungen der Tabak- und Alkoholsteuer zur Finanzierung von Gesundheitsförderung erwogen, mit klarem Fokus ohne Fehlzweck wie Kursfinanzierung
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