Vermischtes - Was ist passiert – was dahinter steckt
Umweltbericht zu den Weltmeeren: Neue Erkenntnisse
New York () – Die Weltmeere geraten durch menschliche Einflüsse immer stärker unter Druck. Wie ein am Montag veröffentlichter UN-Bericht zeigt, hat sich die Geschwindigkeit des Meeresspiegelanstiegs innerhalb von zehn Jahren verdoppelt. Die Vereinten Nationen sprechen von einer „vernichtenden“ Bestandsaufnahme.
Die Belastungen durch Umweltverschmutzung und industrielle Fischerei verstärken sich gegenseitig. Laut dem Bericht führen sie zu einem massiven Verlust der Artenvielfalt und setzen die Ökosysteme der Ozeane „schwer unter Druck“.
Für die dritte Weltmeerbewertung der UNO haben fast 600 Wissenschaftler aus 86 Ländern den Zustand der Ozeane zwischen 2021 und 2025 untersucht. Bereits der Vorgängerbericht hatte eine anhaltende Verschlechterung der Meeresumwelt festgestellt.
Fünf Jahre später ist das Wissen über die Folgen menschlicher Eingriffe gewachsen. Der aktuelle Bericht zeigt, wie stark die Schäden allein in den letzten Jahren zugenommen haben. Zu den wichtigsten Erkenntnissen zählen: Der Meeresspiegel steigt immer schneller: Lag die Rate vor 2015 noch bei zwei Millimetern pro Jahr, erreichte sie 2023 bereits 4,3 Millimeter. 16 Prozent der weltweiten Ozeanerwärmung seit 1955 sind allein auf die Zeit nach 2018 zurückzuführen.
Die stärkste Erwärmung wurde im Atlantik sowie in den südlichen Teilen des Indischen und Pazifischen Ozeans gemessen. Die Wissenslücken sind derweil weiterhin groß: Nur 27 Prozent des Meeresbodens sind kartiert, die Tiefsee-Ökosysteme sind kaum erforscht. UN-Generalsekretär Antonio Guterres erklärte: „Wir dürfen den Ozean nicht länger als unerschöpfliche Ressource behandeln. Es braucht dringend eine globale Zusammenarbeit zum Schutz der Meeresökosysteme.“
Der Bericht hebt auch Fortschritte hervor, etwa den wegweisenden Hohe-See-Vertrag, der in diesem Jahr in Kraft getreten ist. Er schafft internationale Regeln zum Schutz der zwei Drittel der Weltmeere, die außerhalb nationaler Hoheitsgewässer liegen. Dieser Vertrag und 56 weitere Abkommen hätten die globalen Möglichkeiten verbessert, die Artenvielfalt zu schützen, schädliche Subventionen abzubauen und Ressourcen nachhaltig zu nutzen. Dennoch bleibe die Steuerung über Sektoren und Regionen hinweg „zersplittert“, eine bessere Koordination sei „entscheidend“.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Strand am Mittelmeer |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Meeresspiegelanstieg hat sich innerhalb von zehn Jahren verdoppelt.
- Massive Belastungen durch Umweltverschmutzung und industrielle Fischerei gefährden die Artenvielfalt und Ökosysteme.
- Nur 27 Prozent des Meeresbodens sind kartiert, Wissenslücken in der Tiefsee bleiben groß.
Warum ist das wichtig?
- Dringender Handlungsbedarf zum Schutz der Ozeane aufgrund beschleunigtem Meeresspiegelanstieg
- Verlust der Artenvielfalt und zunehmende Belastungen durch Umweltverschmutzung
- Notwendigkeit globaler Zusammenarbeit und besserer Koordination zum Erhalt der Meeresökosysteme
Wer ist betroffen?
- Ozeane und Meeresökosysteme
- Menschheit durch Umweltverschmutzung und industrielle Fischerei
- Wissenschaftler aus 86 Ländern
Zahlen/Fakten?
- Geschwindigkeit des Meeresspiegelanstiegs hat sich innerhalb von zehn Jahren verdoppelt
- Meeresspiegel steigt 2023 mit 4,3 Millimetern pro Jahr, vorher 2 Millimeter
- Nur 27 Prozent des Meeresbodens sind kartiert
Wie geht’s weiter?
- Globale Zusammenarbeit zum Schutz der Meeresökosysteme erforderlich
- Verbesserung der Koordination über Sektoren und Regionen hinweg notwendig
- Fortsetzung der Bemühungen um nachhaltige Ressourcennutzung und Abbau schädlicher Subventionen

