Vermischtes - Was ist passiert – was dahinter steckt
Gesundheitspolitik in Deutschland: Zukunft ungewiss
Ein Ministeriumssprecher bestätigte demnach, dass die bisher vom Bund finanzierte Projektphase nach Ablauf der vorgesehenen Laufzeit ende. „Wie alle Forschungsprojekte waren die genannten Maßnahmen zeitlich begrenzt“, teilte er mit. Seit 2021 habe das BMG rund 18 Millionen Euro in die „Konzeption und Etablierung einer erregerübergreifenden IGS“ investiert. Ab 2026 solle das RKI die Arbeit aus seinem eigenen Haushalt fortführen.
Für das RKI dürfte das schwierig werden: Der Etat des Bundesinstituts im Geschäftsbereich des BMG beläuft sich laut Haushaltsplan 2025 auf rund 192 Millionen Euro, von denen etwa drei Viertel fest gebunden sind – vor allem für Personal und gesetzliche Aufgaben. Nur ein kleiner Teil kann flexibel für Forschungs- und Entwicklungsprojekte eingesetzt werden.
Kritik an der Entscheidung kam umgehend aus der Fachwelt. Der Vorsitzende der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM), Michael Müller, sprach von einem „herben Rückschlag“ für die bisher geleistete Arbeit. Eine integrierte genomische Überwachung sei notwendig, „damit wir mit den internationalen Standards mithalten können“. Nur durch den systematischen Vergleich von Erregersequenzen lasse sich die Verbreitung von Infektionskrankheiten früh erkennen, so Müller.
Auch Forscher aus den Nationalen Referenzzentren warnten vor gravierenden Folgen. Der wissenschaftliche Leiter des Referenzzentrums für Mykobakterien, Stefan Niemann, nannte den drohenden Wegfall der BMG-Mittel „verheerend“. Die mühsam aufgebauten Netzwerke und Kapazitäten drohten „nachhaltig zerstört“ zu werden. Damit würden „jahrelange Fortschritte zunichtegemacht“.
Die IGS liefere entscheidende Erkenntnisse über die Entwicklung von Resistenzen und die Verbreitung relevanter Erregerstämme, heißt es in dem Bericht. Ein Abbau dieser Strukturen schwäche Deutschlands Rolle in der europäischen und internationalen Gesundheitsforschung.
Das Gesundheitsministerium teilte hingegen mit, die IGS bleibe „ein wichtiger Baustein einer zukunftsfähigen Surveillance von Infektionserregern“. Man wolle gemeinsam mit dem RKI prüfen, wie das System künftig weiterentwickelt und finanziert werden könne. Konkrete Zusagen machte das Ministerium jedoch nicht.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Robert-Koch-Institut (Archiv) |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Das Bundesgesundheitsministerium plant, die Förderung der Integrierten Genomischen Surveillance (IGS) zum Jahresende 2025 auslaufen zu lassen.
- Experten kritisieren die Entscheidung als schädlich für die medizinische Forschung und Überwachung von Erregern.
- Das Robert-Koch-Institut muss ab 2026 die Arbeit aus seinem eigenen Haushalt fortführen, was aufgrund von finanziellen Einschränkungen schwierig sein könnte.
Warum ist das wichtig?
- Sicherstellung der Überwachung von Krankheitserregern und Pandemievorsorge
- Erhalt von internationalen Standards zur frühzeitigen Erkennung von Infektionskrankheiten
- Vermeidung des Verlusts von aufgebauten Netzwerken und Fortschritten in der Gesundheitsforschung
Wer ist betroffen?
- Robert-Koch-Institut (RKI)
- Bundesgesundheitsministerium (BMG)
- Forschungseinrichtungen und Fachleute aus der Medizin
Zahlen/Fakten?
- Bund hat seit 2021 rund 18 Millionen Euro in IGS investiert
- Etat des RKI beläuft sich im Haushaltsplan 2025 auf rund 192 Millionen Euro
- Etwa drei Viertel des RKI-Etats sind fest gebunden für Personal und gesetzliche Aufgaben
Wie geht’s weiter?
- Prüfung der Weiterentwicklung und Finanzierung der IGS mit dem RKI
- Ab 2026 soll das RKI die Arbeit aus eigenem Haushalt fortführen
- Kritische Stimmen warnen vor negativen Auswirkungen auf die Forschung
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