Internationaler Strafgerichtshof in Politik, New York
New York () – Die 125 Vertragsstaaten des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) haben am Freitag dafür gestimmt, den Chefankläger des Gerichtshofs, Karim Khan, seines Amtes zu entheben. Das berichten mehrere Medien und Diplomaten übereinstimmend.
Der beispiellose Schritt wird mit dem Vorwurf sexueller Belästigung begründet. Khan weist die Anschuldigung zurück. Er ließ seit Mai 2025 sein Amt ruhen.
Auf Betreiben Khans hatte der IStGH im März 2023 Haftbefehle gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin und die russische Präsidialkommissarin für Kinderrechte, Marija Lwowa-Belowa, erlassen. Im Mai 2024 hatte Khan Haftbefehle gegen den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu, Israels Verteidigungsminister Joaw Galant, den Anführer der Hamas im Gazastreifen Yahya Sinwar sowie die Hamas-Funktionäre Mohammed Deif und Ismail Haniyya beantragt. Im November desselben Jahres folgte ein Antrag auf einen Haftbefehl gegen den Machthaber Myanmars, General Min Aung Hlaing.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump geht seit August 2025 gegen den Gerichtshof vor, insbesondere wegen des Haftbefehls gegen Netanjahu. Mehrere Richter und Ankläger wurden auf eine Sanktionsliste der USA gesetzt. Weil US-Personen oder -Unternehmen mit den auf der Liste aufgeführten Parteien keine Geschäfte tätigen dürfen, wurden unter anderem ihre Bankkonten gesperrt und ihnen der Zugang zu US-Software verweigert. US-Außenminister Marco Rubio hatte zuletzt in einem Beitrag für das „Wall Street Journal“ angekündigt, man werde den Internationalen Strafgerichtshof „demontieren – notfalls Stein für Stein“.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Internationaler Strafgerichtshof (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Vermischtes - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Die 125 Vertragsstaaten des Internationalen Strafgerichtshofs haben am Freitag dafür gestimmt, den Chefankläger Karim Khan seines Amtes zu entheben.
- Der Schritt wurde mit Vorwürfen sexueller Belästigung begründet; Khan weist die Anschuldigungen zurück und hatte seit Mai 2025 sein Amt ruhen lassen.
- Die USA gehen seit August 2025 gegen den IStGH vor, unter anderem wegen des Haftbefehls gegen Netanjahu, und setzen Richter und Ankläger auf eine Sanktionsliste.
Warum ist das wichtig?
- Die Absetzung des Chefanklägers Karim Khan zeigt mögliche Auswirkungen von Vorwürfen auf die Arbeit und Glaubwürdigkeit des Internationalen Strafgerichtshofs
- Haftbefehle gegen hochrangige Politiker in Russland, Israel/Gaza und Myanmar machen deutlich, wie stark der IStGH in internationale Konflikte eingreift
- Die US-Sanktionen und geplante „Demontage“ des IStGH können die Durchsetzung von Ermittlungen und die internationale Kooperation erheblich erschweren
Wer ist betroffen?
- Karim Khan, Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs
- Wladimir Putin und Marija Lwowa-Belowa (Haftbefehle durch den IStGH)
- US-Personen und -Unternehmen (Bankkonten gesperrt, Zugang zu US-Software verweigert)
Zahlen/Fakten?
- 125 Vertragsstaaten des IStGH
- Karim Khan seit Mai 2025 im Amt ruhen lassen
- März 2023 Haftbefehle gegen Wladimir Putin und Marija Lwowa-Belowa
Wie geht’s weiter?
- Die IStGH-Vertragsstaaten haben beschlossen, den Chefankläger Karim Khan seines Amtes zu entheben
- Karim Khan weist die Vorwürfe sexueller Belästigung zurück und hatte sein Amt seit Mai 2025 ruhen lassen
- Die US-Regierung setzt die Auseinandersetzung mit dem IStGH fort, insbesondere wegen des Haftbefehls gegen Netanjahu
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