SPD reagiert reserviert auf CDU-Steuerkonzept

22. Februar 2026
1 min Lesezeit

SPD reagiert reserviert auf CDU-Steuerkonzept

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Politische Debatte über Steuersenkungen in Berlin

() – Der Parteitagsbeschluss der CDU zur Entlastung von Gutverdienern stößt beim Koalitionspartner SPD auf Vorbehalte.

Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bundestag, Wiebke Esdar, sagte der „Welt“, die schwarz-rote Koalition habe sich für das neue Jahr vorgenommen, die anstehenden Herausforderungen gemeinsam anzugehen. So auch die Frage, wie die große Haushaltslücke in der Finanzplanung gerecht geschlossen werden könne. „Gerade vor diesem Hintergrund erwarte ich bei allen in die öffentliche Diskussion geworfenen Vorschlägen, dass eine entsprechende Gegenfinanzierung dann auch immer mitgedacht und mitgenannt wird.“

Die CDU will, dass der Spitzensteuersatz in der Einkommensteuer künftig erst ab einem Jahresgehalt von 80.000 Euro greift, statt bisher bereits ab 68.000 Euro.

Der AfD-Finanzpolitiker Kay Gottschalk unterstützte den Vorstoß der CDU: „Heute zahlt ein Facharbeiter bereits mit dem 1,3-Fachen des Durchschnittseinkommens den Spitzensteuersatz.“ Dies sei demotivierend. „Gleichzeitig werden mit diesem CDU-Vorschlag Unternehmer in Rechtsform der Personengesellschaft entlastet.“ Dennoch sei der Plan nur Stückwerk. Die AfD fordere eine grundsätzliche Steuerreform mit 25 Prozent auf das Einkommen und höheren Grundfreibeträgen von 15.000 Euro und für Kinder von 12.000 Euro. „Zudem muss endlich der Solidaritätszuschlag komplett abgeschafft werden.“

Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch, attackierte die Union scharf: „Die CDU beschimpft seit Monaten die arbeitende Bevölkerung und beschließt dann Steuersenkungen, die genau diesen Menschen quasi null zugutekommen.“ Pflegekräfte, Busfahrer oder Verkäufer bekämen von der CDU Beschimpfungen statt steuerliche Entlastung. Von den rund zehn Milliarden Euro, die eine derartige Steuersenkung an Einnahmeeinbußen für den Staat bedeuten, gingen etwa zwei Drittel an die obersten zehn Prozent im Land. „Die unteren 70 Prozent erhalten so gut wie nichts“, sagte Audretsch der „Welt“. „So macht man Politik gegen die Menschen im Land.“

Die wirtschaftspolitische Sprecherin der Linke-Fraktion, Janine Wissler, hält das Vorhaben der CDU für unzureichend. Das Ziel, den sogenannten Mittelstandsbauch abzuflachen und die kalte Progression zu entschärfen, sei richtig. Als Einzelmaßnahme führe das spätere Greifen des Spitzensteuersatzes aber vor allem zu einer Entlastung der obersten zehn Prozent, kritisierte Wissler. Die würden laut Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung von der Gesamtentlastungssumme 5,6 Milliarden erhalten. „Auf die breite Masse, nämlich 70 Prozent der Betroffenen, entfielen im Vergleich lächerliche sechs Prozent. Das ist Umverteilung nach oben und klassische CDU-Klientelpolitik für Menschen mit hohen Einkommen.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Abstimmung auf CDU-Parteitag am 20.02.2026

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • CDU plant Anhebung des Spitzensteuersatzes auf 80.000 Euro Jahresgehalt.
  • SPD äußert Vorbehalte und fordert Gegenfinanzierung.
  • Kritiker der CDU sehen in den Plänen eine unzureichende Entlastung für die breite Bevölkerung.

Warum ist das wichtig?

  • Diskussion über steuerliche Entlastungen könnte Auswirkungen auf die Haushaltspolitik haben.
  • Kritiker warnen vor ungleicher Verteilung und Vorteilen für Gutverdienende.
  • Wichtigkeit der Gegenfinanzierung bei politischen Vorschlägen.

Wer ist betroffen?

  • Gutverdiener
  • obere zehn Prozent der Bevölkerung
  • arbeitende Bevölkerung (z.B. Pflegekräfte, Busfahrer, Verkäufer)

Zahlen/Fakten?

  • Spitzensteuersatz soll künftig ab 80.000 Euro greifen, bisher ab 68.000 Euro.
  • Rund zehn Milliarden Euro Einnahmeeinbußen durch die Steuersenkung.
  • Oberste zehn Prozent erhalten zwei Drittel der Entlastungen, 70 Prozent der Bevölkerung kaum etwas.

Wie geht’s weiter?

  • Diskussion über die Finanzierung eines Haushaltsausgleichs
  • Koalitionsgespräche zwischen CDU und SPD fortsetzen
  • Kritische Bewertungen der Steuerpläne und deren Auswirkungen auf verschiedene Einkommensgruppen analysieren
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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