Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Gesellschaft: E-Scooter Haftungsreform in Berlin
Berlin () – Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) dringt im Zuge der geplanten Reform der Haftungsregeln für E-Scooter auf deutlich weitergehende Maßnahmen. Zwar begrüßt die GdP den von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) vorgelegten Gesetzentwurf grundsätzlich, mahnt aber umfassendere Regulierungsschritte an.
Hubig will Halter von E-Scootern künftig unabhängig vom Verschulden haften lassen und eine Haftung für vermutetes Verschulden für Fahrer einführen. GdP-Vize Michael Mertens sagte dem „Handelsblatt“ (Montagausgabe), der Entwurf des Justizministeriums „kann nur ein Teil einer umfassenden Problemlösung bei der derzeit unterregulierten und zum Teil chaotischen E-Scooter-Lage, vor allem in den Großstädten hierzulande, sein“. Ziel müsse es sein, Unfälle mit Bezug zu E-Scootern „perspektivisch gänzlich zu vermeiden“. Städte sollten dafür verbindlich festlegen, an welchen Stellen E-Scooter abgestellt werden dürfen – etwa auf markierten Parkflächen – und wo sie verboten sind, etwa auf Gehwegen oder an Gefahrenstellen.
Zudem müsse die geplante Änderung der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung aus dem Bundesverkehrsministerium zu dem Entwurf aus dem Justizministerium passen. Beide Regelwerke müssten aufeinander abgestimmt sein, damit am Ende ein wirksames Gesamtpaket entstehen könne. „Hier sind jetzt der Bundesrat und Bundestag gefragt, die unzureichenden Regeln im vorliegenden Entwurf noch grundlegend zu überarbeiten und somit praxistauglicher zu machen“, sagte Mertens.
Die CDU unterstützt die Pläne des Justizministeriums. Der Verbraucherschutz-Beauftragte der Unions-Bundestagsfraktion, Sebastian Steineke (CDU), sprach von einer „guten Nachricht für Geschädigte“. Angesichts steigender Unfallzahlen sei es „notwendig und folgerichtig, dass wir die Haftungsregeln fair gestalten und damit einen angemessenen Ausgleich für Unfallopfer mit E-Scootern schaffen“, sagte er ebenfalls dem „Handelsblatt“. „Wir werden die Vorschläge der Ministerin prüfen.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | E-Scooter (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Gewerkschaft der Polizei fordert umfassendere Maßnahmen zur Reform der Haftungsregeln für E-Scooter.
- Bundesjustizministerin plant, Halter unabhängig vom Verschulden haften zu lassen und Haftung für Fahrer einzuführen.
- CDU unterstützt die Pläne und spricht von notwendiger Fairness für Unfallopfer.
Warum ist das wichtig?
- Bedarf an umfassender Regulierung zur Vermeidung von Unfällen mit E-Scootern
- Notwendigkeit der Abstimmung zwischen Gesetzen für Haftung und Elektrokleinstfahrzeuge
- Wichtigkeit des Schutzes von Geschädigten durch faire Haftungsregeln
Wer ist betroffen?
- Halter von E-Scootern
- Fahrer von E-Scootern
- Geschädigte durch E-Scooter-Unfälle
Zahlen/Fakten?
- Halter von E-Scootern sollen unabhängig vom Verschulden haften.
- Ziel ist es, Unfälle mit E-Scootern perspektivisch gänzlich zu vermeiden.
- Beide Regelwerke (Justizministerium und Verkehrsministerium) müssen aufeinander abgestimmt sein.
Wie geht’s weiter?
- GdP fordert umfassendere Maßnahmen zur Regulierung von E-Scootern
- Städte sollen verbindliche Abstellorte für E-Scooter festlegen
- Bundesrat und Bundestag sollen vorliegenden Gesetzentwurf überarbeiten
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