Politik: Wohnungsbauhaushalt unter Druck
Berlin () – Nach der Ankündigung neuer Kürzungen im Bundeshaushalt hat das Verbändebündnis Wohnungsbau einen Brandbrief an Kanzler Friedrich Merz und weitere Mitglieder der Bundesregierung verschickt. „Streichen Sie dem Wohnungsbau keine Mittel, damit er die Chance hat, wenigstens auf dem niedrigen Niveau, das er aktuell noch hat, weiterzumachen“, heißt es in dem Schreiben, über das die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ berichten.
Der unter anderem von der IG BAU, dem Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) und dem Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) unterzeichnete Brandbrief warnt nicht mehr nur vor einer Stagnation, sondern davor, dass sich die ohnehin tiefe Krise zu einem massiven Einbruch beim Wohnungsbau entwickelt. Die Unterzeichner nennen als Grund dafür vor allem massive Haushaltskürzungen. Knapp 1,4 Milliarden Euro sollen 2027, so der Vorwurf, allein im Neubau weniger zur Verfügung stehen als in diesem Jahr. Das treffe den ohnehin schwer angeschlagenen Neubau enorm und werde ihm einen gewaltigen Dämpfer versetzen.
Der Bau reagiere anders als andere Branchen, heißt es. „Jetzt beim Wohnungsbau den Rotstift anzusetzen, bremst Investitionen – mit erheblichen Sofort- und Spätfolgen für das Bauen, Sanieren und Wohnen in Deutschland“, warnen die Experten unter anderem vor einer dauerhaften Abwanderung von Fachkräften.
Den Experten zufolge geraten auch die Klimaziele der Regierung unter Druck. Sollten die geplanten Kürzungen tatsächlich beibehalten werden, könnte das nach Einschätzung der Wohnungsbauwirtschaft „das Erreichen der Klimaziele unmöglich machen“. Die Einsparungen betreffen demnach „ausgerechnet klimawirksame und sozial sensible Sanierungsprojekte in Mehrfamilienhäusern und verhindern die Umsetzung des Praxispfades“.
Entsprechende Post haben den Angaben zufolge Bundeskanzler Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (Beide CDU) sowie Bauministerin Verena Hubertz, und Finanzminister Lars Klingbeil (beide SPD) bekommen. Auch die Abgeordneten der Koalitionsfraktionen sowie der Grünen und der Linken im Bundestag sind bedacht worden.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Baukräne (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Verbändebündnis Wohnungsbau schickt einen Brandbrief an Kanzler Friedrich Merz und weitere Regierungsmitglieder wegen angekündigter Kürzungen im Bundeshaushalt
- Der Brandbrief warnt, dass die Kürzungen den Wohnungsbau massiv einbrechen lassen und 2027 im Neubau rund 1,4 Milliarden Euro weniger verfügbar wären
- Außerdem heißt es, die Einsparungen könnten Klimaziele gefährden und klimawirksame Sanierungsprojekte in Mehrfamilienhäusern verhindern
Warum ist das wichtig?
- Haushaltskürzungen würden den Neubau stark bremsen und die Krise verschärfen, wodurch 2027 im Neubau weniger Mittel als 2024 zur Verfügung stünden
- Weniger Förderung bremst Investitionen und kann zu erheblichen Folgen für Bauen, Sanieren und Wohnen sowie zu einer dauerhaften Abwanderung von Fachkräften führen
- Die Kürzungen treffen klimawirksame Sanierungsprojekte und könnten das Erreichen der Klimaziele unmöglich machen
Wer ist betroffen?
- Bundeskanzler Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche
- Bauministerin Verena Hubertz und Finanzminister Lars Klingbeil
- Abgeordnete der Koalitionsfraktionen sowie der Grünen und der Linken im Bundestag
Zahlen/Fakten?
- 1,4 Milliarden Euro sollen 2027 im Neubau weniger zur Verfügung stehen als in diesem Jahr
- 2027
- Merz, Katherina Reiche, Verena Hubertz, Lars Klingbeil
Wie geht’s weiter?
- Verbändebündnis Wohnungsbau fordert Merz und die Bundesregierung auf, dem Wohnungsbau keine Mittel zu streichen, damit er zumindest auf niedrigem Niveau weiterarbeiten kann
- Unterzeichner warnen vor massivem Einbruch im Neubau durch Haushaltskürzungen und den Folgen für Bauen, Sanieren und Wohnen sowie mögliche dauerhafte Abwanderung von Fachkräften
- Bei Beibehaltung der Kürzungen sehen Experten die Klimaziele gefährdet, weil klimawirksame Sanierungsprojekte in Mehrfamilienhäusern verhindert würden
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