Grüne fordern Aussetzung des Umbaus von "Demokratie leben"

20. Mai 2026
1 min Lesezeit

Grüne fordern Aussetzung des Umbaus von "Demokratie leben"

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Gesellschaftspolitische Debatte über Förderprogramme in Berlin

() – Die Bundestagsfraktion der Grünen fordert in einem Antrag, den angekündigten Umbau beim „Demokratie leben“-Programm auszusetzen – solange, bis die derzeit noch laufende wissenschaftliche Untersuchung dazu abgeschlossen ist.

Über den von der Fraktion beschlossenen Antrag, der nun in den Bundestag eingebracht wird, berichtet der „Stern“. Es sei „nicht nachvollziehbar“, dass das Programm bereits vor Abschluss der Evaluation umfassend umstrukturiert werde, heißt es darin. Dies berge die Gefahr, „funktionierende und wirksame Strukturen zu schwächen“, während zugleich andere Bereiche fortgeführt werden könnten, deren Wirksamkeit nicht ausreichend belegt sei. Solch weitreichende Entscheidungen über den Einsatz öffentlicher Mittel dürften „nicht in einem solchen Blindflug erfolgen“.

Der Umbau des Programms, 2014 von der damaligen SPD-Familienministerin Manuela Schwesig eingeführt, trage die „Handschrift ideologischer Prioritätensetzung statt fachlich begründeter Politik“, sagte die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Misbah Khan dem „Stern“. Bis heute fehle eine fachlich fundierte Grundlage für die geplanten Eingriffe in ein Programm, das seit Jahren wichtige demokratische Arbeit vor Ort ermögliche. In dem Antrag betonen die Grünen, dass das Programm insbesondere in ländlichen Räumen und strukturschwachen Regionen häufig eine der wenigen dauerhaft verfügbaren Förderstrukturen für demokratische Bildungsarbeit und Beratungsangebote darstelle.

Khan wirft der Bundesregierung „einen unangebrachten Generalverdacht gegen die Zivilgesellschaft“ vor. Anstatt zivilgesellschaftlichen Initiativen Verlässlichkeit und Planungssicherheit zu geben, würden funktionierende Strukturen durch „politisch motivierte Schnellschüsse“ infrage gestellt. „Das schwächt ausgerechnet diejenigen, die sich tagtäglich gegen Extremismus und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt engagieren.“ Bundesförderprogramme dürften nicht zum Instrument ideologischer Profilierung werden, so die Bundestagsabgeordnete weiter. Wer öffentliche Mittel verantwortungsvoll einsetzen wolle, müsse sich an wissenschaftlicher Evidenz, tatsächlicher Wirksamkeit sowie den realen Herausforderungen vor Ort orientieren und nicht an parteipolitischen Motiven.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Misbah Khan (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Grüne Bundestagsfraktion fordert Aussetzung des Umbaus des "Demokratie leben"-Programms bis Abschluss der wissenschaftlichen Untersuchung.
  • Kritisiert, dass Umstrukturierungen vor Abschluss der Evaluation erfolgen und effektive Strukturen gefährden könnten.
  • Wirft Bundesregierung vor, zivilgesellschaftliche Initiativen durch ideologischen Einfluss zu schwächen.

Warum ist das wichtig?

  • Aussetzung des Programmumbaus bis Abschluss der Evaluation fördert fundierte Entscheidungen.
  • Vermeidung der Schwächung wirksamer Strukturen zur demokratischen Bildung und Beratung.
  • Öffentliche Mittel sollen anhand wissenschaftlicher Evidenz und realer Herausforderungen eingesetzt werden.

Wer ist betroffen?

  • Grüne Bundestagsfraktion
  • Zivilgesellschaftliche Initiativen
  • Betroffene in ländlichen und strukturschwachen Regionen

Zahlen/Fakten?

  • Antrag der Grünen-Fraktion zur Aussetzung des Umbaus beim "Demokratie leben"-Programm
  • Programm seit 2014 unter SPD-Familienministerin Manuela Schwesig eingeführt
  • Programm wichtig für demokratische Bildungsarbeit in ländlichen und strukturschwachen Regionen

Wie geht’s weiter?

  • Antrag der Grünen im Bundestag einbringen
  • Umbau des "Demokratie leben"-Programms aussetzen bis zur Abschluss der Evaluation
  • Sicherstellung von Planungssicherheit für zivilgesellschaftliche Initiativen
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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