Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Gesellschaftliche Entwicklungen in Berlin
Berlin () – Die Familienexpertin Michaela Kreyenfeld beklagt, dass soziale Themen aufgrund des Sparkurses der Bundesregierung in den Hintergrund geraten. Auch bestehende Maßnahmen würden „verstärkt auf den Prüfstand gestellt“, sagte die Professorin für Soziologie an der Hertie School of Governance der Mediengruppe Bayern.
„Ein aktuelles Beispiel ist die beitragsfreie Mitversicherung nicht erwerbstätiger Ehepartner“, so Kreyenfeld. Auch das Ehegattensplitting rücke verstärkt in den Blick. „Beide Regelungen weisen eine ähnliche Problemlage auf: Sie fördern vor allem spezifische Familienmodelle – insbesondere Ehepaare mit einer stark arbeitsteiligen Aufteilung. Andere Familienformen profitieren hingegen deutlich weniger.“ So müssten etwa Mütter mit kleinen Kindern, die nach einer Trennung oder Scheidung allein für die Betreuung verantwortlich sind, ihre Krankenversicherung selbst finanzieren und hätten auch keinen Vorteil durch das Ehegattensplitting.
Es stelle sich „die Frage nach der Gerechtigkeit dieser Regelungen“, etwa „ob von familienpolitischen Maßnahmen auch Gruppen profitieren, die auf diese Form der Unterstützung weniger angewiesen sind – etwa verheiratete Paare mit bereits erwachsenen Kindern“, sagte Kreyenfeld. Die Expertin weist darauf hin, dass bestehende Regelungen einen gewissen Bestandsschutz genießen würden und Änderungen für die Betroffenen oft mit Einschnitten verbunden seien. Deshalb müssten „die Verteilungseffekte solcher Maßnahmen im Blick behalten“ werden.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Vater, Mutter, Kind (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Familienexpertin Michaela Kreyenfeld kritisiert die Vernachlässigung sozialer Themen durch die Bundesregierung.
- Beiträgefreie Mitversicherung nicht erwerbstätiger Ehepartner und Ehegattensplitting stehen zur Debatte.
- Bestehende Regelungen begünstigen vor allem bestimmte Familienmodelle und benachteiligen alleinerziehende Mütter.
Warum ist das wichtig?
- Soziale Themen geraten durch Sparmaßnahmen in den Hintergrund.
- Bestehende familienpolitische Regelungen fördern hauptsächlich traditionelle Familienmodelle.
- Gerechtigkeitsfragen in Bezug auf Unterstützung für diverse Familienformen müssen berücksichtigt werden.
Wer ist betroffen?
- Mütter mit kleinen Kindern, die nach einer Trennung oder Scheidung allein für die Betreuung verantwortlich sind
- Verheiratete Paare mit bereits erwachsenen Kindern
- Ehepaare mit einer stark arbeitsteiligen Aufteilung
Zahlen/Fakten?
- beitragsfreie Mitversicherung nicht erwerbstätiger Ehepartner als aktuelles Beispiel
- Ehegattensplitting rückt verstärkt in den Blick
- Geringere Vorteile für Mütter mit kleinen Kindern nach Trennung oder Scheidung
Wie geht’s weiter?
- Diskussion über soziale Themen und deren Priorisierung durch die Regierung
- Überprüfung bestehender Fördermaßnahmen, insbesondere der Mitversicherung und des Ehegattensplittings
- Notwendigkeit zur Betrachtung von Gerechtigkeit und Verteilungseffekten bei Änderungen der Regelungen
- VW-Tochter Scout sieht Börsengang als Option - 11. Mai 2026
- Brückensanierung in Illerrieden-Dorndorf ab Juni - 11. Mai 2026
- THW und Autobahnpolizei üben gemeinsam auf der A 7 bei Hildesheim - 11. Mai 2026
