Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Diskussion über deutsche Goldreserven in New York
Frankfurt/Main () – Im Umfeld der Bundesbank und in der Politik werden vermehrt Forderungen laut, die deutschen Goldreserven im Wert von derzeit rund 164 Milliarden Euro aus New York abzuziehen.
Der frühere Leiter der Forschungsabteilung der Bundesbank, Emanuel Mönch, sagte dem „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe): „Angesichts der geopolitischen Situation scheint es aktuell riskant, so viel Gold in den USA zu lagern. Im Sinne einer größeren strategischen Unabhängigkeit von den USA wäre die Bundesbank darum gut beraten, über eine Rückholaktion nachzudenken.“
Auch die finanzpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Katharina Beck, bringt eine Verlagerung ins Spiel. Die Goldreserven seien „ein wichtiger Stabilitäts- und Vertrauensanker. Sie dürfen auf keinen Fall zum Spielball geopolitischer Auseinandersetzungen werden.“ Solange US-Präsident Donald Trump regiert, könne man das wohl am sichersten ausschließen, „wenn die Goldreserven ab jetzt in Deutschland verwahrt werden“.
Die Bundesbank lagert 1.236 Tonnen Gold bei der regionalen US-Notenbank Fed in New York. Bundesbankpräsident Joachim Nagel lehnt eine Verlagerung ab. Unterstützung erhält er von den Regierungsfraktionen im Bundestag. Der finanzpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Fritz Güntzler, sagte dem „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe), es sei sinnvoll, einen Teil der Reserven in den USA zu lagern. „In der aktuellen Lage öffentlichkeitswirksam über einen Abzug der Goldreserven zu spekulieren, ist dagegen nicht förderlich.“
Die finanzpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Frauke Heiligenstadt, kann Sorgen um die Goldreserven nach eigenen Angaben zwar nachvollziehen, rät aber von „Panik“ ab: „Die deutschen Goldreserven sind gut diversifiziert angelegt.“ Die Hälfte liege in Frankfurt, „sodass unsere Handlungsfähigkeit sichergestellt ist“. Der Standort New York sei sinnvoll, denn „Deutschland, Europa und die USA sind finanzpolitisch eng miteinander verbunden“.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Hier lagert deutsches Gold: Federal Reserve in New York |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Forderungen nach Rückholung der deutschen Goldreserven aus New York nehmen zu.
- Politische Stimmen argumentieren für eine Verlagerung zur strategischen Unabhängigkeit von den USA.
- Bundesbankpräsident und Regierungsfraktionen lehnen die Verlagerung ab.
Warum ist das wichtig?
- Geopolitische Risiken erfordern strategische Unabhängigkeit.
- Goldreserven sind ein Stabilitäts- und Vertrauensanker.
- Diversifikation der Lagerorte sichert Handlungsfähigkeit.
Wer ist betroffen?
- Bundesbank
- Grünen-Fraktion
- Unionsfraktion
Zahlen/Fakten?
- 164 Milliarden Euro Wert der deutschen Goldreserven
- 1.236 Tonnen Gold lagert bei der Fed in New York
- 50% der Goldreserven liegen in Frankfurt
Wie geht’s weiter?
- Diskussion über Rückholung der Goldreserven aus New York
- Unterstützung für Verlagerung von Goldreserven in Deutschland
- Bedenken über geopolitische Risiken bei der Lagerung in den USA
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