Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Pflegepolitik in Deutschland: CSU-Kritik an Reformen
Berlin () – Vor der Kabinettsbefassung mit dem umstrittenen Entwurf zur Pflegereform gibt es aus der CSU im Bundestag weiter heftige Kritik an den Plänen von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU). Die CSU setze auf Nachbesserungen im parlamentarischen Verfahren, sagte die CSU-Abgeordnete Emmi Zeulner dem Fachdienst „Tagesspiegel Background“. „Wir sind selbstbewusste Parlamentarier.“ Beim Aushandlungsprozess im Bundestag werde es „auf jeden Fall noch Änderungen“ geben.
Die gelernte Krankenpflegerin Zeulner kritisierte an Warkens Konzept vor allem zweierlei: die geplanten Kürzungen bei den Rentenversicherungsbeiträgen für pflegende Angehörige um 30 Prozent und die beabsichtigte zeitliche Streckung der an der Aufenthaltsdauer bemessenen Zuschüsse zu den Eigenanteilen in der stationären Pflege. Wenn die Heimbewohner ihre Eigenanteile nicht länger stemmen könnten, müssten die Kommunen einspringen. Diese aber seien „finanziell an der Belastungsgrenze“. Die genannten Punkte lägen ihr „schwer im Magen“, sagte Zeulner. Diesbezüglich gebe es auch in der Landesgruppe großen Konsens, die CSU stehe hier „auf jeden Fall zusammen“.
Dass Ehepartner von Pflegebedürftigen künftig schneller selbstgenutztes Wohneigentum verkaufen sollten, um die Pflege ihrer Partner zu finanzieren, lehnte die CSU-Politikerin ab. Eine Absage erteilte sie auch Forderungen nach einer niedrigeren Einkommensgrenze für das Heranziehen der Kinder von Pflegebedürftigen für die Heimkosten. Es müsse hier bei dem bisherigen Freibetrag von 100.000 Euro pro Jahr bleiben, an dieser Grenze dürfe man „nicht rütteln“. Allerdings schlug die CSU-Politikerin bei der Kontrolle der Einkommensgrenzen eine einfachere Regelung für die Kommunen vor. Künftig solle für solche Fälle eine einfache Abfrage beim Finanzamt genügen.
Gemeinsamkeiten mit der SPD gibt es zudem bei der Forderung nach einem finanziellen Ausgleich zwischen gesetzlicher und privater Pflegeversicherung. „Für mich hat noch keiner die Frage beantwortet, warum man für die Pflege zwei Systeme braucht“, sagte Zeulner. Die Leistungen seien identisch, die Risiken keineswegs. Hier bräuchte es „zumindest einen Lastenausgleich“.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Emmi Zeulner (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- CSU kritisiert Pflegereformentwurf von Gesundheitsministerin Nina Warken
- Geplante Kürzungen bei Rentenversicherungsbeiträgen und zeitliche Streckung der Zuschüsse werden abgelehnt
- CSU fordert einfachere Einkommensgrenzenkontrollen und lehnt Verkauf von Wohneigentum zur Pflegefinanzierung ab
Warum ist das wichtig?
- Wichtigkeit der Nachbesserungen im parlamentarischen Verfahren für die Pflegepolitik
- Finanzielle Belastungen für Kommunen und pflegende Angehörige müssen adressiert werden
- Notwendigkeit eines einheitlichen Systems für gesetzliche und private Pflegeversicherung
Wer ist betroffen?
- Pflegebedürftige
- Pflegende Angehörige
- Kommunen
Zahlen/Fakten?
- Kürzungen bei Rentenversicherungsbeiträgen für pflegende Angehörige um 30 Prozent
- Geplante Änderungen bei den Zuschüssen zu den Eigenanteilen in der stationären Pflege
- Freibetrag von 100.000 Euro pro Jahr für die Berücksichtigung von Kinder-Unterstützung bleibt bestehen
Wie geht’s weiter?
- CSU setzt auf Nachbesserungen im parlamentarischen Verfahren
- Veränderungen beim Konzept von Gesundheitsministerin Nina Warken erwartet
- Forderung nach einem finanziellen Ausgleich zwischen gesetzlicher und privater Pflegeversicherung
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