Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Wirtschaft: LNG-Importe aus Argentinien unterstützen
Berlin () – Die Bundesregierung erwägt, Flüssigerdgas-Importe aus Argentinien mit staatlichen Garantien zu unterstützen. Seit Ende Januar liege „eine Voranfrage vor, die sich auf ein LNG-Projekt in der Provinz Rio Negro in Argentinien bezieht“, bestätigte das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linkenpolitikerin Tamara Mazzi, wie der „Spiegel“ berichtet.
Bei der angefragten Absicherung geht es um Garantien für „Ungebundene Finanzkredite“ (UFK), die vor allem für Rohstoffvorhaben im Ausland vorgesehen sind. Die Garantien können Kredite gegen wirtschaftliche und politische Ausfallrisiken absichern. Im Schadensfall würde der deutsche Staat für den größten Teil der Verluste bürgen.
Vermutlich steht die Anfrage im Zusammenhang mit einer neuen Gaspartnerschaft zwischen dem bundeseigenen Gasunternehmen Sefe und dem argentinischen Unternehmen Southern Energy. Beide hatten im Dezember 2025 eine Liefervereinbarung bekannt gegeben: Ab Ende 2027 will Sefe bis zu zwei Millionen Tonnen LNG pro Jahr aus Südamerika einkaufen – knapp ein Drittel der derzeitigen deutschen Flüssigerdgasimporte.
Das Erdgas für dieses Projekt soll in der patagonischen Förderstätte Vaca Muerta gewonnen und über zwei schwimmende Terminals im Golfo San Matias verschifft werden. Eine staatliche Absicherung könnte für das Projekt entscheidend sein, da Argentinien als wirtschaftlich instabil gilt. Sefe teilte dem „Spiegel“ mit, dass Unternehmen selbst keinen Antrag gestellt habe. Allerdings muss auch nicht Sefe, sondern der jeweilige Kreditgeber den Antrag stellen.
Ob der Staat für eine Investition in Gasprojekte bürgen sollte, ist umstritten. Unter Ex-Wirtschaftsminister Robert Habeck hatte 2023 die damalige Bundesregierung eine „Klimaprüfung“ für solche Garantien beschlossen. Diese soll sicherstellen, dass geförderte Projekte am 1,5-Grad-Klimaziel ausgerichtet sind. Die aktuelle Regierung plant eine „Flexibilisierung“ dieser Leitlinien. Diese Prüfung laufe derzeit, sagte eine Sprecherin des BMWE.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Schwimmendes LNG-Terminal in Wilhelmshaven (Archiv) |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Bundesregierung erwägt staatliche Garantien für Flüssigerdgas-Importe aus Argentinien.
- Voranfrage für LNG-Projekt in der Provinz Rio Negro seit Ende Januar.
- Gaspartner Sefe plant, ab Ende 2027 bis zu zwei Millionen Tonnen LNG pro Jahr aus Argentinien zu importieren.
Warum ist das wichtig?
- Unterstützung der LNG-Importe könnte die Energieversorgung diversifizieren und stabilisieren.
- Staatliche Garantien könnten Investitionen in wirtschaftlich instabile Regionen absichern.
- Anpassung der Klimaprüfung könnte Einfluss auf die Ausrichtung zukünftiger Gasprojekte haben.
Wer ist betroffen?
- Bundesregierung
- argentinisches Unternehmen Southern Energy
- bundeseigenes Gasunternehmen Sefe
Zahlen/Fakten?
- Voranfrage zu LNG-Projekt in Rio Negro, Argentinien, seit Ende Januar 2023
- Sefe plant ab Ende 2027 bis zu zwei Millionen Tonnen LNG pro Jahr zu importieren
- Gas aus Vaca Muerta, Versand über zwei schwimmende Terminals im Golfo San Matias
Wie geht’s weiter?
- Prüfung der staatlichen Garantien für LNG-Importe aus Argentinien
- Entscheidung über die "Flexibilisierung" der Klimaprüfung
-weiterführende Verhandlungen zwischen Sefe und Southern Energy
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