Kultur - Was ist passiert – was dahinter steckt
Kulturpolitik in Berlin: Jurystreit beim Verlagspreis
Berlin () – Moderator Jörg Thadeusz verteidigt Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. „Leute fühlen sich auf den Schlips getreten, weil Wolfram Weimer irgendwelchen Zausel-Buchhandlungen kein Geld zubilligt“, sagte Thadeusz dem „Spiegel“.
Weimer war kürzlich in die Kritik geraten, weil er das Vergabeverfahren für den Deutschen Verlagspreis verändert hatte. Der neue Jurychef, der Moderator und Schriftsteller Thadeusz, verteidigt den Kulturpolitiker nun. Weimer besteht darauf, bei der Auswahl der auszuzeichnenden Verlage das letzte Wort zu haben, das stellt die Juryarbeit aus Sicht der Kritiker infrage. Thadeusz dagegen sagt: „Ich find`s gut, wenn am Ende einer den Kopf für die Entscheidung der Jury hinhält.“
Der Verlagspreis wird vom Bund finanziert, der einen Teil seiner Fördergelder mithilfe von unabhängigen Jurys verteilt. Bereits die Vergabe des diesjährigen Deutschen Buchhandlungspreises sorgte für Aufruhr, weil Weimer sich nicht an die Vorschläge der zuständigen Jury hielt. Drei Buchläden, die für eine Auszeichnung vorgesehen waren, hatte der parteilose Politiker vielmehr vom Verfassungsschutz prüfen lassen und anschließend vom Preisverfahren ausgeschlossen. Thadeusz nennt dieses Vorgehen im „Spiegel“ „ungeschickt“. Er beschwichtigt aber auch: „Ich glaube ihm aber, und das hat er ja öffentlich gesagt, dass er sich vor allem im Kulturkampf gegen die ganz Rechten sieht.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Jörg Thadeusz (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Moderator Jörg Thadeusz verteidigt Kulturstaatsminister Wolfram Weimer gegen Kritik, weil Weimer Buchhandlungen kein Geld zubilligen soll
- Weimer war in die Kritik geraten, weil er das Vergabeverfahren für den Deutschen Verlagspreis verändert hat und bei der Auswahl der Verlage das letzte Wort beansprucht
- Thadeusz nennt das Vorgehen bei der früheren Vergabe des Deutschen Buchhandlungspreises wegen der Prüfung durch den Verfassungsschutz „ungeschickt“, sieht bei Weimer aber eine Ausrichtung gegen „ganz Rechten“
Warum ist das wichtig?
- Die Diskussion zeigt, wie Kulturpreise und Fördergelder durch politische Vorgaben beeinflusst werden können, was die Unabhängigkeit von Jurys betrifft
- Die Kritik an Weimers Eingriffen verdeutlicht die Bedeutung eines transparenten und akzeptierten Vergabeverfahrens für die Glaubwürdigkeit von Auszeichnungen
- Thadeusz’ Verteidigung hebt hervor, dass Entscheidungen auch im Kontext des politischen Kulturkampfs interpretiert werden können
Wer ist betroffen?
- Moderator Jörg Thadeusz
- Kulturstaatsminister Wolfram Weimer
- Buchläden/Verlage, die von der Entscheidung beim Deutschen Verlagspreis betroffen sind
Zahlen/Fakten?
- Jörg Thadeusz sagte dem „Spiegel“, dass Kulturstaatsminister Wolfram Weimer „Leute auf den Schlips getreten“ hätten, weil er „irgendwelchen Zausel-Buchhandlungen“ kein Geld zubilligt
- Weimer wurde kritisiert, weil er das Vergabeverfahren für den Deutschen Verlagspreis verändert hat
- Der Bund finanziert den Verlagspreis und verteilt Fördergelder mithilfe von unabhängigen Jurys; drei Buchläden wurden vom Verfahren ausgeschlossen
Wie geht’s weiter?
- Weimer hält daran fest, bei der Auswahl der auszuzeichnenden Verlage das letzte Wort zu haben, Kritikern zufolge schränkt das die Juryarbeit ein
- Thadeusz verteidigt Weimers Vorgehen und sieht den Fokus darin, Weimer stelle sich öffentlich insbesondere gegen die ganz Rechten
- Thadeusz bewertet das frühere Ausschlussverfahren im Zusammenhang mit dem Deutschen Buchhandlungspreis als ungschickt, erwartet aber, dass Weimer sich insgesamt im Kulturkampf positioniert
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