Juli Zeh hält "Brandmauer" für gescheitert

27. Dezember 2025
1 min Lesezeit

Juli Zeh hält "Brandmauer" für gescheitert

Kultur - Was ist passiert – was dahinter steckt

Gesellschaft: Juli Zeh über AfD und Demokratie

Barnewitz () – Die Schriftstellerin und Juristin Juli Zeh hält die „Brandmauer“ genannte Abgrenzung der liberaldemokratischen Parteien zur rechten AfD für gescheitert.

„Der Versuch, mit der Brandmauer die AfD kleinzuhalten, hat in den letzten zehn Jahren nichts gebracht“, sagte Zeh der „Wochentaz“. „Die Prozente der AfD steigen ja immer weiter.“ Zudem könne man etwa in keine Verfassungsrichter mehr wählen ohne die AfD, die über eine Sperrminorität verfügt. „Wählen wir dann keine Verfassungsrichter mehr?“, fragte Zeh.

Zu einem AfD-Verbotsverfahren sagte sie: „Wenn Sie einen halbwegs cleveren AfD-Funktionär fragen, was auf seinem Wunschzettel für 2026 steht, dann sagt der wahrscheinlich: Ich wünsche mir ein Verbotsverfahren. Allein der Versuch, sie zu verbieten, würde der AfD krass nutzen.“

Generell warnt die Bestsellerautorin („Unterleuten“, „Zwischen Welten“) vor Alarmismus. „Wenn man sagt, die Apokalypse droht, wer hat dann noch Zeit für Demokratie und Liberalismus? Das befördert den Erfolg von Rechtspopulisten“, sagte sie der „Wochentaz“. Damit meine sie auch den Journalismus. „Das gilt für jeden, der wegen einer erfolgreichen Schlagzeile so tut, als stünden wir unmittelbar vor dem Zusammenbruch des Landes oder vor dem Dritten Weltkrieg.“

Zeh lebt seit Jahren in Brandenburg in einem Dorf mit hohem Anteil an AfD-Wählern. Sie sieht das Versagen der liberaldemokratischen Parteien als Grund für die große Zustimmung zur AfD. „Die Leute haben nicht das geringste Vertrauen in die herkömmlichen Parteien, weil es an allen Ecken und Enden an der simplen Grundversorgung fehlt: Bildung, Mobilität, Gesundheit, Pflege, bezahlbarer Wohnraum“, sagte Zeh. Der einzige Hebel, um Rechtspopulisten beizukommen, sei „Politik, die wirklich konkrete Probleme adressiert und dadurch das Misstrauen auflöst“.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: AfD-Logo (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Juli Zeh hält die "Brandmauer" der liberalen Parteien zur AfD für gescheitert.
  • AfD-Prozente steigen weiterhin, in Brandenburg kann man keine Verfassungsrichter mehr ohne die AfD wählen.
  • Zeh warnt vor Alarmismus und sieht das Versagen der herkömmlichen Parteien als Grund für die Zustimmung zur AfD.

Warum ist das wichtig?

  • Brandmauer gegen AfD ist gescheitert, wodurch ihre Unterstützung wächst.
  • Anstieg des Misstrauens in die etablierten Parteien und deren Versagen in grundlegenden Belangen.
  • Notwendigkeit, konkrete Probleme zu adressieren, um rechtspopulistische Tendenzen zu verringern.

Wer ist betroffen?

  • liberaldemokratische Parteien
  • AfD-Wähler in Brandenburg
  • Bürger mit Misstrauen gegenüber herkömmlichen Parteien

Zahlen/Fakten?

  • AfD-Prozente steigen seit zehn Jahren kontinuierlich.
  • AfD hat in Brandenburg über eine Sperrminorität verfügen.
  • Fehlendes Vertrauen in herkömmliche Parteien aufgrund von Mängeln in Bildung, Mobilität, Gesundheit, Pflege und Wohnraum.

Wie geht’s weiter?

  • Abkehr von der Brandmauer-Strategie in der Politik
  • Fokussierung auf konkrete Problemlösungen in Bildung, Gesundheit und Wohnraum
  • Vermeidung von Alarmismus im Journalismus und politischer Kommunikation
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
Letzte Artikel von Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH (Alle anzeigen)

Don't Miss