Vermischtes - Was ist passiert – was dahinter steckt
Wissenschaft und Klima: Herausforderungen für die USA
Wien () – Der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber hat vor einem Abstieg der USA unter der Trump-Regierung als führendes Wissenschaftsland gewarnt. „Sie sind gerade dabei als zukunftsfähige Nation Selbstmord zu begehen“, sagte er der „Frankfurter Rundschau“ (Donnerstagsausgabe).
Die USA hätten über viele Jahrzehnte am meisten vom wissenschaftlich-technischen Fortschritt profitiert. Nun aber solle dieser Fortschritt privatisiert werden, fürchtet Schellnhuber.
Genauso laufe es bei der verstärkten Rückkehr zu den fossilen Energiequellen. Hier gehe es um Gewinne für Großaktionäre, während die Öffentlichkeit über die Klimafolgen getäuscht werde, sagte der Forscher, der Generaldirektor des Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien ist und bis 2018 Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) war.
Es sei zwar klar, „dass Trumps Rückkehr zum Aberglauben auf Dauer nicht funktionieren wird“, aber aktuell komme der US-Präsident damit seiner Wählerklientel entgegen, so Schellnhuber. „Seine Anhänger würden ihm auch folgen, wenn er ihnen sagen würde: Die Erde ist eine Scheibe – oder ein Super-Big Mac.“
Der Professor sagte voraus, dass China in den nächsten zehn Jahren zur wissenschaftlichen Nation Nummer Eins werde. „Das Land investiert massiv in Erneuerbare Energien, Speichertechnologien, Künstliche Intelligenz und weitere disruptive Technologien, die nachhaltig und auch kommerziell gewinnbringend sind“, erklärte er. Das Land übernehme damit die Rolle, die die USA nach dem Zweiten Weltkrieg gespielt hätten.
Schellnhuber sieht in dieser Konstellation durchaus Chancen für die Europäische Union. Die EU müsse sich stärker von den USA lösen und mehr mit China kooperieren, „ohne freilich alles gutzuheißen, was dort geschieht“, sagte er. Europa könne mit dem aufstrebenden Afrika „ein neues, eigenes Kraftfeld bilden und in vielen innovativen Bereichen Weltmarktführer werden“. Er nannte hier die Sektoren klimafreundliches Bauen, intelligentes Stromnetz-Management, systemische Energiespeicherung, kompostierbare Polymere, biobasierte Verbundwerkstoffe, regenerative Landnutzung und nachhaltige Ernährungssysteme.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Hans Joachim Schellnhuber (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Hans Joachim Schellnhuber warnt vor einem Abstieg der USA als führendes Wissenschaftsland unter der Trump-Regierung.
- Der Klimaforscher sieht die Rückkehr zu fossilen Energien als Täuschung der Öffentlichkeit über Klimafolgen.
- Schellnhuber prognostiziert, dass China in den nächsten zehn Jahren zur wissenschaftlichen Nation Nummer Eins wird.
Warum ist das wichtig?
- Warnung vor dem Rückgang der USA als Wissenschaftsland unter Trump
- Gefahr der Privatisierung wissenschaftlicher Fortschritte und Rückkehr zu fossilen Energien
- Chancen für die EU, sich von den USA zu lösen und mit China sowie Afrika zu kooperieren
Wer ist betroffen?
- USA
- Großaktionäre
- Europäische Union
Zahlen/Fakten?
- USA könnten als führendes Wissenschaftsland absteigen
- China investiert massiv in erneuerbare Energien und Technologien
- Schellnhuber prognostiziert, dass China in zehn Jahren die wissenschaftliche Nation Nummer Eins wird
Wie geht’s weiter?
- USA gefährdet als führendes Wissenschaftsland
- China wird voraussichtlich führende wissenschaftliche Nation
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