Veggie-Branche erwartet 250 Millionen Euro Kosten bei Namensverbot

27. Januar 2026
1 min Lesezeit

Veggie-Branche erwartet 250 Millionen Euro Kosten bei Namensverbot

Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt

Wirtschaftliche Auswirkungen eines Namensverbots in Deutschland

() – Der Lobby- und Branchenverband Balpro beziffert die finanziellen Auswirkungen eines drohenden Namensverbots für Fleischalternativen auf einen dreistelligen Millionenbetrag.

„Allein für die Hersteller von Fleisch- und Wurstalternativen sprechen wir über rund 250 Millionen Euro Schaden“, sagte Claudia Hauschild, stellvertretende Vorstandsvorsitzende von Balpro, dem „Spiegel“. Das Bundeslandwirtschaftsministerium schließt nicht aus, dass es tatsächlich zum Verbot kommt.

Für viele Unternehmen machten die betroffenen Produkte mehr als 50 bis teilweise 100 Prozent des Gesamtumsatzes aus. „Ein Bezeichnungsverbot würde damit also nicht nur einzelne Produkte, sondern ganze Geschäftsmodelle gefährden“, sagte Hauschild. Umstellungsphasen von mehreren Monaten würden zusätzlich zu erheblicher Unsicherheit führen und Investitionen sowie Wachstum bremsen, warnt sie.

Kosten entstünden laut Verband unter anderem durch die Umstellung auf neue Produktnamen, neue Verpackungen müssten produziert und alte entsorgt werden. Noch schwerer dürften laut dem Verband entgangene Umsätze wiegen – etwa weil Verbraucher die Produkte nicht mehr sofort erkennen und seltener kaufen. Insbesondere werde es schwerer, neue Kunden zu gewinnen.

„Langfristig bedeutet ein Bezeichnungsverbot daher eine strukturelle Wachstumsbremse bis hin zur Gefährdung der gesamten Kategorie“, sagte Hauschild.

Die Zahlen hat Balpro auch dem Bundeslandwirtschaftsministerium übermittelt. „Die Bundesregierung darf einem EU-Bezeichnungsverbot nicht zustimmen, ohne die realen wirtschaftlichen Folgen zu berücksichtigen“, sagte Hauschild. „Wir erwarten, dass in Brüssel rote Linien zieht und sich für Rechtssicherheit, Verbraucherorientierung und eine faktenbasierte Regulierung einsetzt.“

Ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums teilte mit, Deutschland sehe die EU-Pläne zu Namensverboten kritisch. „Anlass unserer Kritik sind zum einen die mit einem Fleischbezeichnungsschutz verbundenen bürokratischen Lasten sowie die hierzulande bereits gut etablierten Leitsätze.“ Bei vielen Mitgliedstaaten der EU stießen die Vorschläge zum Fleischbezeichnungsschutz jedoch grundsätzlich auf Unterstützung. „Inwiefern sich Deutschland mit seiner bürokratiearmen Position durchsetzen kann, bleibt daher abzuwarten“, so der Ministeriumssprecher.

Die Trilogverhandlungen, in denen sich EU-Parlament, Rat und Kommission endgültig einigen müssen, ob das Verbot kommt, sollen in den kommenden Wochen stattfinden.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Supermarkt (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Balpro warnt vor finanziellen Schäden in Höhe von rund 250 Millionen Euro durch drohendes Namensverbot für Fleischalternativen.
  • Ein Bezeichnungsverbot könnte ganze Geschäftsmodelle gefährden und zu erheblichen Kosten und Unsicherheit führen.
  • Deutschland sieht die EU-Pläne kritisch und erwartet Unterstützung für eine bürokratiearme Position.

Warum ist das wichtig?

  • Finanzielle Auswirkungen eines Namensverbots für Fleischalternativen könnten bis zu 250 Millionen Euro betragen.
  • Ein Bezeichnungsverbot könnte ganze Geschäftsmodelle gefährden und das Wachstum bremsen.
  • Langfristig stellt ein Verbot eine strukturelle Wachstumsbremse für die gesamte Kategorie dar.

Wer ist betroffen?

  • Hersteller von Fleisch- und Wurstalternativen
  • Unternehmen mit Umsatzanteilen von über 50 bis 100 Prozent
  • Verbraucher, die Produkte nicht mehr sofort erkennen können

Zahlen/Fakten?

  • 250 Millionen Euro Schaden für Hersteller von Fleisch- und Wurstalternativen
  • Betroffene Produkte machen mehr als 50 bis teilweise 100 Prozent des Gesamtumsatzes aus
  • Bezeichnungsverbot könnte langfristig die gesamte Kategorie gefährden

Wie geht’s weiter?

  • Deutschland soll sich in Brüssel für Rechtssicherheit und Verbraucherorientierung einsetzen.
  • Trilogverhandlungen zwischen EU-Parlament, Rat und Kommission sollen in den kommenden Wochen stattfinden.
  • Die Bundesregierung sieht die EU-Pläne zu Namensverboten kritisch.
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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