Rheinland-Pfalz - Was ist passiert – was dahinter steckt
Innovation in nachhaltiger Chemie in Mainz
Mainz () – Forscher der Johannes Gutenberg-Universität Mainz haben ein neues Elektrolyseverfahren entwickelt, mit dem sich aus dem Abfallprodukt Glycerin die wertvollen Stoffe Ameisensäure und Wasserstoff herstellen lassen. Das teilte die Hochschule am Montag mit.
Bei dem Prozess entsteht statt Sauerstoff die für die Industrie vielseitig verwendbare Ameisensäure, während gleichzeitig Wasserstoff als potenzieller Energieträger gewonnen wird.
Der Ansatz basiert auf der bekannten Wasserelektrolyse, nutzt aber Glycerin als zusätzlichen Ausgangsstoff. Dieser fällt unter anderem in großen Mengen bei der Biodiesel-Produktion an.
Entscheidend für die Methode ist ein neu entwickelter Katalysator aus den Metallen Kupfer und Palladium. Die elektrochemische Herstellung kann mit nachhaltigem Strom betrieben werden und wäre dann CO2-neutral, was einen Beitrag zur Elektrifizierung der chemischen Industrie leisten könnte.
In weiteren Schritten wollen die Wissenschaftler untersuchen, ob sich das teure Palladium im Katalysator durch günstigere Materialien ersetzen lässt.
Auch die Erzeugung von Methanol, für das ein größerer Bedarf besteht als für Ameisensäure, steht auf der Forschungsagenda. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachjournal „Advanced Energy Materials“ veröffentlicht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Forscher der Johannes Gutenberg-Universität Mainz haben ein neues Elektrolyseverfahren zur Gewinnung von Ameisensäure und Wasserstoff aus Glycerin entwickelt.
- Der Prozess verwendet einen neu entwickelten Katalysator aus Kupfer und Palladium und kann CO2-neutral betrieben werden.
- Weitere Untersuchungen sollen klären, ob Palladium durch günstigere Materialien ersetzt werden kann und die Erzeugung von Methanol wird erforscht.
Warum ist das wichtig?
- Entwicklung eines neuen Elektrolyseverfahrens zur Wertstoffgewinnung aus Glycerin
- Produktion von Ameisensäure und Wasserstoff als wichtige Industrieprodukte
- Möglichkeit zur CO2-neutralen Umsetzung mit nachhaltigem Strom zur Unterstützung der chemischen Industrie
Wer ist betroffen?
- Forscher der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
- Industrie, die Ameisensäure und Wasserstoff benötigt
- Biodiesel-Industrie, die Glycerin als Abfallprodukt produziert
Zahlen/Fakten?
- Neues Elektrolyseverfahren zur Herstellung von Ameisensäure und Wasserstoff aus Glycerin.
- Katalysator besteht aus Kupfer und Palladium.
- Potenzial für CO2-neutrale elektrochemische Produktion.
Wie geht’s weiter?
- Untersuchung der Ersetzbarkeit von Palladium im Katalysator durch günstigere Materialien
- Erforschung der Methanolproduktion aufgrund bestehender Nachfrage
- Weiterentwicklung des Elektrolyseverfahrens zur Industrieanwendung
