Thüringen - Was ist passiert – was dahinter steckt
Psychiatrische Versorgung in Thüringen unter Kritik
Erfurt () – Die gesundheitspolitische Sprecherin der Linken-Fraktion im Thüringer Landtag, Lena Saniye Güngör, hat der Landesregierung vorgeworfen, keine belastbaren Daten zur psychiatrischen Krisenhilfe vorlegen zu können. Das teilte die Abgeordnete mit Bezug auf Antworten des Sozialministeriums auf ihre Kleine Anfrage mit.
Demnach liege ein Positionspapier zum psychiatrischen Krisendienst seit 2022 vor, doch Thüringen habe weder eine flächendeckende 24/7-Krisenhilfe noch eine verlässliche Datengrundlage für Planung und Kontrolle.
Besonders deutlich würden die Probleme an einem Beispiel aus dem Saale-Orla-Kreis, so Güngör. In einer Tabelle der Regierungsantwort seien für 2020 insgesamt 55 Unterbringungskontakte ausgewiesen, in einer weiteren Tabelle derselben Antwort stünden für denselben Kreis und dasselbe Jahr jedoch 1.560 Kontakte außerhalb der regulären Dienstzeit.
Diese widersprüchlichen Zahlen seien weder erklärungs- noch korrekturbedürftig und zeigten, dass politische Steuerung zur Fassade werde.
Güngör kündigte an, einen Antrag zur Etablierung eines flächendeckenden psychiatrischen Krisendienstes vorzubereiten. Dieser soll eine rund um die Uhr erreichbare Hotline und regionale mobile Teams umfassen.
Parallel fordert sie das Sozialministerium auf, bis Mitte 2026 einen verbindlichen Erfassungsstandard vorzulegen und quartalsweise zu berichten.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Klinik für Psychiatrie (Archiv) |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Lena Saniye Güngör wirft der Thüringer Landesregierung vor, keine belastbaren Daten zur psychiatrischen Krisenhilfe zu haben.
- Es gibt widersprüchliche Zahlen zu Unterbringungskontakten im Saale-Orla-Kreis.
- Güngör plant einen Antrag für einen flächendeckenden psychiatrischen Krisendienst.
Warum ist das wichtig?
- Fehlende belastbare Daten zur psychiatrischen Krisenhilfe gefährden die Planung und Kontrolle.
- Widersprüchliche Zahlen untergraben das Vertrauen in die politische Steuerung.
- Notwendigkeit eines flächendeckenden psychiatrischen Krisendienstes für verbesserte Versorgung.
Wer ist betroffen?
- Lena Saniye Güngör
- Landesregierung Thüringen
- Sozialministerium
Zahlen/Fakten?
- 55 Unterbringungskontakte im Saale-Orla-Kreis für 2020
- 1.560 Kontakte außerhalb der regulären Dienstzeit im selben Kreis und Jahr
- Positionspapier zum psychiatrischen Krisendienst seit 2022 vorhanden
Wie geht’s weiter?
- Antrag zur Etablierung eines flächendeckenden psychiatrischen Krisendienstes vorbereiten
- 24/7 Hotline und regionale mobile Teams einrichten
- Verbindlichen Erfassungsstandard bis Mitte 2026 vorlegen und quartalsweise berichten
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