Politik: CSU fordert E-Auto-Förderung nach Europa
Berlin () – Die CSU will die staatliche Förderung beim Kauf von Elektroautos an zusätzliche Bedingungen knüpfen, damit sie vor allem deutschen Herstellern zugutekommt. „Von der aktuellen E-Auto-Prämie profitieren vor allem außereuropäische Hersteller“, sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann dem Pro-Newsletter Industrie und Handel des Nachrichtenmagazins Politico. „Wir müssen die Förderung so ausrichten, dass die Wertschöpfung dieser Fahrzeuge größtenteils in Europa stattfindet.“
Hoffmann schweben verschiedene Modelle vor, die auch Local-Content-Vorgaben beinhalten könnten. Andere EU-Länder machten es bereits vor und koppelten Boni gezielt an Kriterien wie die lokale Batterieherstellung, den Materialeinsatz oder kurze Transportwege, so Hoffmann. Wenn E-Autos mit Steuermitteln gefördert würden, müsse das Geld auch der heimischen Industrie zugutekommen.
Damit konkretisiert Hoffmann eine Forderung von CSU-Chef Markus Söder aus dem ARD-Sommerinterview. Der Bayerische Ministerpräsident hatte gesagt, dass die E-Auto-Prämie im Herbst überarbeitet werden solle. Ziel sei es, dass die deutschen Hersteller deutlich mehr profitieren.
Auch der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer spricht sich dafür aus, die E-Auto-Prämie bereits im Herbst zu reformieren. „Die E-Auto-Prämie muss verändert werden. In der aktuellen Form ist sie wie Weihnachten und Ostern zugleich für ausländische Hersteller“, sagte der Leiter des privaten Instituts Center Automotive Research (CAR) dem Pro-Newsletter Industrie und Handel. Die Einkommensobergrenzen sollten gestrichen werden, fordert Dudenhöffer. Man könne überlegen, Preisobergrenzen für die Fahrzeuge einzuführen.
Er schlägt konkrete Grenzen vor. So könnten zum Beispiel E-Autos bis zu 70.000 Euro mit 6.000 Euro gefördert werden und E-Autos bis 100.000 Euro mit 4.000 Euro, meint der Ökonom. Für Fahrzeuge über 100.000 Euro wäre aus seiner Sicht keine Prämie nötig. Für Plug-in-Hybride würden dann jeweils 50 Prozent der Prämie gelten, ein Plug-in-Hybrid mit einem Listenpreis bis 70.000 Euro würde also mit 3.000 Euro gefördert.
Die E-Auto-Prämie liegt in der Zuständigkeit des Bundesumweltministeriums. Ob sich Anpassungsbedarf ergibt, sei auf Grundlage der begleitenden Erfolgskontrolle zu bewerten, teilte das Ministerium auf Anfrage mit. Eine Vorfestlegung auf eine Überarbeitung der Förderrichtlinie bestehe derzeit nicht.
Die Bundesregierung hatte die E-Auto-Prämie im Januar 2026 vorgestellt. Seit Mitte Mai fördert der Bund Kauf oder Leasing neuer Elektroautos für Privatpersonen mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von bis zu 90.000 Euro mit maximal 6.000 Euro.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | E-Auto Ladestation (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Die CSU will die staatliche Förderung für den Kauf von Elektroautos im Herbst an zusätzliche Bedingungen knüpfen, damit vor allem deutsche bzw. europäische Hersteller profitieren
- Vorgeschlagen werden unter anderem Local-Content-Vorgaben wie lokale Batterieherstellung, Materialeinsatz und kurze Transportwege
- Diskutiert werden außerdem Änderungen an der Prämienhöhe je nach Fahrzeugpreis sowie im Anschluss an die bestehende Förderung seit Mai 2026 mit Einkommensgrenze bis zu 90.000 Euro
Warum ist das wichtig?
- Förderung soll so gestaltet werden, dass die Wertschöpfung der geförderten E-Autos größtenteils in Europa stattfindet und damit besonders deutsche Hersteller profitieren
- Boni könnten an lokale Batterieherstellung, Materialeinsatz oder kurze Transportwege gekoppelt werden, um Lieferketten stärker in Europa zu verankern
- Reformziele sind höhere Nutzen für heimische Industrie durch Anpassung von Förderrichtlinien wie Einkommens- bzw. Preisgrenzen und gestaffelte Prämienhöhe
Wer ist betroffen?
- CSU will, dass die staatliche Förderung beim Kauf von Elektroautos vorrangig deutschen Herstellern zugutekommt
- Privatpersonen mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von bis zu 90.000 Euro, die seit Mitte Mai neue Elektroautos kaufen oder leasen
- Ausländische Hersteller, die nach CSU-Angaben derzeit besonders von der aktuellen E-Auto-Prämie profitieren
Zahlen/Fakten?
- Bis zu 90.000 Euro zu versteuerndes Haushaltseinkommen für Privatpersonen; maximale Förderung 6.000 Euro
- Förderung seit Mitte Mai 2026 für Kauf oder Leasing neuer Elektroautos durch den Bund
- Vorschlag Dudenhöffer: bis 70.000 Euro 6.000 Euro; bis 100.000 Euro 4.000 Euro; über 100.000 Euro keine Prämie; Plug-in-Hybride 50 Prozent (z.B. bis 70.000 Euro 3.000 Euro)
Wie geht’s weiter?
- CSU fordert, die E-Auto-Prämie so umzubauen, dass Wertschöpfung vor allem in Europa stattfindet und Boni an Kriterien wie lokale Batterieherstellung und kurze Transportwege gekoppelt werden
- Söder und Autoexperte Dudenhöffer wollen die Prämie bereits im Herbst überarbeiten, mit Änderungen wie Streichung von Einkommensobergrenzen und möglichen Preisobergrenzen sowie angepassten Förderbeträgen für verschiedene Preisklassen und Plug-in-Hybride
- Ob und wie die Förderrichtlinie angepasst wird, soll anhand der begleitenden Erfolgskontrolle entschieden werden; derzeit gibt es laut Bundesumweltministerium keine Vorfestlegung
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