EZB-Politik in Frankfurt: Leitzinsen unverändert
Frankfurt am Main () – Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins unverändert gelassen. Das teilte die Notenbank am Donnerstag nach ihrer Ratssitzung in Frankfurt mit. Dementsprechend liegen der Zinssatz für die Einlagefazilität sowie die Zinssätze für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte und für die Spitzenrefinanzierungsfazilität weiterhin bei 2,25 Prozent, 2,40 Prozent beziehungsweise 2,65 Prozent.
„Die Unsicherheit ist nach wie vor hoch, und die Auswirkungen des Energieschocks auf die Inflation sind noch nicht vollständig zum Tragen gekommen“, teilten die Notenbanker mit. Die Aussichten für die Energiepreise seien zwar sehr volatil, lägen aber derzeit in der Nähe des Basisszenarios der von Fachleuten des Eurosystems erstellten Projektionen vom Juni und deutlich über dem Niveau, das vor dem Konflikt im Nahen Osten verzeichnet wurde, erklärte die Zentralbank.
Der EZB-Rat beobachte die Intensität und die Dauer des Schocks sowie seine indirekten Auswirkungen und Zweitrundeneffekte genau, hieß es. Der EZB-Rat zeigte sich fest entschlossen, seine Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von zwei Prozent stabilisiert.
Man sei „weiterhin gut positioniert, um die durch den Konflikt verursachte Unsicherheit zu bewältigen“, so die Zentralbank. Die Festlegung des angemessenen geldpolitischen Kurses werde von der Datenlage abhängen und von Sitzung zu Sitzung erfolgen. So sollen die Zinsbeschlüsse des EZB-Rats auf seiner Beurteilung der Inflationsaussichten und der damit verbundenen Risiken, vor dem Hintergrund aktueller Wirtschafts- und Finanzdaten, sowie der Dynamik der zugrunde liegenden Inflation und der Stärke der geldpolitischen Transmission basieren. Der EZB-Rat erklärte, man lege sich nicht im Voraus auf einen bestimmten Zinspfad fest.
Man sei bereit, alle Instrumente im Rahmen des Mandats anzupassen, um sicherzustellen, dass sich die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von zwei Prozent stabilisiert, und um die reibungslose Funktionsfähigkeit der geldpolitischen Transmission aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus stehe das Instrument zur Absicherung der Transmission (Transmission Protection Instrument) zur Verfügung, um ungerechtfertigten, ungeordneten Marktdynamiken entgegenzuwirken, die eine ernsthafte Bedrohung für die Transmission der Geldpolitik im Euroraum darstellen. Dies ermögliche dem EZB-Rat eine effektivere Erfüllung seines Preisstabilitätsmandats.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | EZB (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Die Europäische Zentralbank hat ihren Leitzins unverändert gelassen
- Einlagefazilität bleibt bei 2,25 Prozent; Hauptrefinanzierungsgeschäfte bei 2,40 Prozent und Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 2,65 Prozent
- Die EZB begründet die Entscheidung mit hoher Unsicherheit und beobachtet Energie-Schock sowie indirekte Auswirkungen auf Inflation weiter genau
Warum ist das wichtig?
- Die EZB lässt den Leitzins unverändert, um die Inflation mittelfristig auf den Zielwert von 2 Prozent zu stabilisieren
- Die Notenbank beobachtet intensiv den Energieschock und mögliche Zweitrundeneffekte, weil Unsicherheit und Inflationseffekte noch nicht vollständig wirken
- Die EZB bleibt flexibel und kann Instrumente wie das Transmission Protection Instrument nutzen, um die Funktionsfähigkeit der Geldpolitik im Euroraum zu sichern
Wer ist betroffen?
- Verbraucher und Unternehmen im Euroraum, deren Inflation von den Energiepreisen beeinflusst wird
- Finanzmärkte im Euroraum, deren Dynamiken durch das Transmission Protection Instrument beeinflusst werden sollen
- Der EZB-Rat selbst, der die Geldpolitik „von Sitzung zu Sitzung“ anpasst
Zahlen/Fakten?
- 2,25 Prozent Zinssatz für die Einlagefazilität
- 2,40 Prozent Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte
- 2,65 Prozent Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität
Wie geht’s weiter?
- Der EZB-Rat lässt den Leitzins vorerst unverändert und richtet die weitere Geldpolitik nach der Datenlage aus
- Die Zinserhöhungen oder -senkungen werden von Sitzung zu Sitzung anhand von Inflationsaussichten, Risiken, Wirtschafts- und Finanzdaten sowie der zugrunde liegenden Inflation und der Stärke der Transmission entschieden
- Falls nötig, kann die EZB ihre Instrumente anpassen und das Transmission Protection Instrument einsetzen, um ungerechtfertigte, ungeordnete Marktdynamiken abzufangen
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