Gesundheitspolitik: Reform der Krankenkassen
Berlin () – Der stellvertretende Vorsitzende der Finanzkommission Gesundheit, Ferdinand Gerlach, weist die Forderung nach einem politisch forcierten Abbau von Krankenkassen zurück. Eine Beschleunigung der ohnehin stattfindenden Konzentrationsprozesse sei eine „uninformierte populistische Forderung“, sagte Gerlach der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Eine geringere Zahl an Kassen hätte „keinen relevanten Einfluss“ auf die Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung.
Dem Experten zufolge gibt es die angestrebte Konzentration bereits. Schon heute hätten wenige große Kassen zusammen einen Marktanteil von über 80 Prozent. Erfahrungen aus Österreich zeigten, dass eine Reduktion der Krankenkassenzahl den Wettbewerb um günstige Beitragssätze verringern und sogar zu steigenden Verwaltungskosten führen könne, sagte Gerlach.
Er wies darauf hin, dass die Verwaltungskosten aller gesetzlichen Krankenkassen zusammen bei knapp vier Prozent der Gesamtausgaben lägen. Die Gehälter aller 93 Kassenvorstände machten zusammen nur 0,005 Prozent der Ausgaben aus. Die Zahl der gesetzlichen Krankenkassen sei bereits von über 1.100 Anfang der 1990er-Jahre auf aktuell 93 deutlich gesunken. Es gebe keinen Zusammenhang zwischen der Größe einer Krankenkasse und ihren Verwaltungskosten je Versicherten, so Gerlach.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Ferdinand M. Gerlach (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Ferdinand Gerlach lehnt die Forderung nach politisch forciertem Abbau von Krankenkassen ab und nennt sie populistisch
- Er sagt, die Konzentration finde bereits statt, da wenige große Kassen über 80 Prozent Marktanteil hätten
- Er erklärt, weniger Kassen hätten keinen relevanten Einfluss auf Beitragssätze und könnten Wettbewerb und Verwaltungskosten verschlechtern
Warum ist das wichtig?
- Ein politisch forcierten Abbau der Krankenkassen würde laut Gerlach die Beitragssätze nicht relevant beeinflussen
- Die Konzentration existiert bereits (wenige große Kassen >80 Prozent Marktanteil); weitere Reduktionen könnten den Wettbewerb senken und sogar Verwaltungskosten erhöhen
- Verwaltungskosten sind insgesamt relativ niedrig (knapp 4 Prozent); die Vorstandsgehälter spielen dabei kaum eine Rolle
Wer ist betroffen?
- Ferdinand Gerlach (stellvertretender Vorsitzender der Finanzkommission Gesundheit)
- Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung
Zahlen/Fakten?
- Marktanteil der wenigen großen Kassen: über 80 Prozent
- Verwaltungskosten aller gesetzlichen Krankenkassen zusammen: knapp 4 Prozent der Gesamtausgaben
- Zahl der Kassenvorstände: 93; Zahl der gesetzlichen Krankenkassen Anfang der 1990er-Jahre: über 1.100; aktuell: 93
Wie geht’s weiter?
- Kein politisch forciertes Vorgehen zum Abbau von Krankenkassen, da die Konzentration bereits weit fortgeschritten ist
- Weniger Kassen hätten keinen relevanten Einfluss auf die Beitragssätze und könnten Wettbewerb und sogar Wettbewerbsvorteile sowie Verwaltungskosten verschlechtern
- Verwaltungskosten sind bereits niedrig und unabhängig von der Kassengröße, die Zahl der Kassen ist seit den 1990er-Jahren stark gesunken
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