Europaweite Raketenabwehrpolitik in Kiew
Kiew () – Das ukrainische Rüstungsunternehmen Fire Point will gemeinsam mit deutschen Partnern ein europäisches Abwehrsystem gegen ballistische Raketen entwickeln und Europa damit unabhängiger von den USA machen. Das berichtet das „Redaktionsnetzwerk Deutschland„.
„Sicherheitsgarantien sollten nicht mit Tinte geschrieben werden, sondern mit Stahl“, sagte Geschäftsführerin und Technikchefin Iryna Terekh dem RND in Kiew. Fire Point arbeitet nach eigenen Angaben mit den deutschen Firmen Diehl Defence und Hensoldt am Projekt „Freyja“ zum Aufbau einer europäischen Alternative zum US-System Patriot. Deutschland und acht weitere Länder hatten sich am Montag mit der Ukraine in einer neuen Koalition zur Raketenabwehr zusammengeschlossen.
Terekh zufolge will Fire Point die Kosten für das Abfangen einer ballistischen Rakete auf unter eine Million Dollar senken. Selbst wenn dieses Ziel knapp verfehlt werde, wäre ein solcher Abfangflugkörper aber immer noch fünf- bis zehnmal günstiger als heutige Lösungen. Zunächst wolle das Unternehmen bis Ende 2027 den erfolgreichen Abschuss einer ballistischen Rakete nachweisen. „Unser Ziel ist die vollständige technologische und strategische Unabhängigkeit Europas – nicht unter dem Schutzschirm der Vereinigten Staaten, sondern eigenständig. Das ist kein Schritt gegen die USA, sondern ein natürlicher Reifeprozess.“
Das 2022 gegründete Unternehmen wurde vor allem durch den Marschflugkörper Flamingo bekannt, der nach Firmenangaben eine Reichweite von 3.000 Kilometern hat und für Angriffe auf Ziele tief im russischen Hinterland eingesetzt wird. Den von Deutschland nicht gelieferten Taurus-Marschflugkörper sieht Terekh inzwischen teilweise durch den Flamingo ersetzt. Auf die Frage, ob der Flamingo einen Teil der Fähigkeiten übernehmen könne, die sich die Ukraine vom Taurus erhofft habe, sagte sie: „Ich denke ja.“ Dass die Ukraine den Taurus nicht bekommen habe, sei ein Motivationsfaktor gewesen, den Flamingo zu entwickeln.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Flugabwehrraketensystem Patriot (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Das ukrainische Rüstungsunternehmen Fire Point will gemeinsam mit deutschen Partnern ein europäisches Abwehrsystem gegen ballistische Raketen entwickeln, um Europa unabhängiger von den USA zu machen
- Deutschland und acht weitere Länder haben sich mit der Ukraine zu einer neuen Raketenabwehr-Koalition zusammengeschlossen
- Fire Point kündigt an, bis Ende 2027 den erfolgreichen Abschuss einer ballistischen Rakete nachzuweisen und dafür die Abfangkosten deutlich zu senken
Warum ist das wichtig?
- Entwicklung eines europäischen Raketenabwehrsystems zur geringeren Abhängigkeit von den USA
- Senkung der Kosten pro Abfang einer ballistischen Rakete auf unter eine Million Dollar und damit effizientere Verteidigung
- Nachweis eines erfolgreichen Abschusses bis Ende 2027 zur technologischen und strategischen Unabhängigkeit Europas
Wer ist betroffen?
- Die Ukraine
- Fire Point als ukrainisches Rüstungsunternehmen
- Deutschland und acht weitere Länder
Zahlen/Fakten?
- Ziel Abfangkosten für ballistische Raketen unter 1 Million Dollar zu senken
- Abfangflugkörper soll fünf- bis zehnmal günstiger als heutige Lösungen sein
- Nachweis erfolgreicher Abschuss einer ballistischen Rakete bis Ende 2027
Wie geht’s weiter?
- Fire Point will gemeinsam mit deutschen Partnern das Projekt „Freyja“ zum Aufbau eines europäischen Abwehrsystems gegen ballistische Raketen weiterentwickeln, um Europa unabhängiger von den USA zu machen
- Ziel bis Ende 2027: den erfolgreichen Abschuss einer ballistischen Rakete nachweisen und die Kosten für Abfangflüge auf unter eine Million Dollar senken
- Kurzfristig soll der Einsatz/Abdeckungsbereich der Fähigkeiten durch den Flamingo (teilweise als Ersatz für Taurus-Bedarf) weiter ausgebaut werden
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