Zahl der Kriegsdienstverweigerungsanträge steigt stark an

14. Juli 2026
1 min Lesezeit

Gesellschaft: Mehr Anträge auf Kriegsdienstverweigerung in

Berlin () – Die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung steigt im ersten Halbjahr 2026 erneut deutlich an und liegt jetzt bereits höher als im Jahr der Aussetzung der Wehrpflicht 2011. Das teilte eine Sprecherin des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben dem „Redaktionsnetzwerk “ mit.

Bis zum 30. Juni seien 5.862 Anträge beim BAFzA eingegangen. Das sind deutlich mehr als im gesamten Jahr 2025, als die Zahl 3.867 betrug – und mehr als doppelt so viele wie bis zum Ende des ersten Quartals mit 2.656 Anträgen. 2011 gingen 4.348 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung ein.

Hintergrund sind die angespannte Sicherheitslage und das Gesetz über den neuen Wehrdienst, das zum 1. Januar in Kraft trat. Seitdem werden alle 18-jährigen Männer verpflichtend gemustert. So sollen Freiwillige für den Ausbau der Truppe rekrutiert werden. Sie soll von zuletzt 186.000 aktiven Soldaten bis 2035 auf 260.000 wachsen. Gelingt der Ausbau auf Basis der Freiwilligkeit nicht, behält sich insbesondere die Union die Einführung einer „Bedarfswehrpflicht“ vor.

Die Wehrpflicht war 2011 ausgesetzt worden, ist aber weiter im Grundgesetz verankert. Unabhängig von der Aussetzung der Wehrpflicht bleibt laut Bundesamt das Recht bestehen, den Kriegsdienst mit der Waffe aus Gewissensgründen gemäß Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes zu verweigern. Über den Antrag kann laut BAFzA entschieden werden, wenn folgende Dokumente vorliegen: ein kurzes Anschreiben mit Unterschrift, ein vollständiger tabellarischer Lebenslauf sowie eine ausführlich und persönlich verfasste Begründung.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Bundeswehr-Soldat mit Pistole (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Zahl der Kriegsdienstverweigerungsanträge steigt stark an

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Was ist passiert?

  • Die Anträge auf Kriegsdienstverweigerung sind im ersten Halbjahr 2026 deutlich gestiegen und liegen bereits über dem Niveau von 2011
  • Bis zum 30. Juni gingen 5.862 Anträge beim BAFzA ein; 2025 waren es insgesamt 3.867 und bis Ende des ersten Quartals 2026 2.656
  • Steigende Zahlen werden mit der angespannten Sicherheitslage und dem seit 1. Januar 2026 geltenden Gesetz zum neuen Wehrdienst begründet

Warum ist das wichtig?

  • Die deutlich steigenden Anträge zeigen, dass sich mehr Menschen wegen der aktuellen Sicherheitslage und des neuen Wehrdienstgesetzes mit dem Thema Kriegsdienstverweigerung auseinandersetzen müssen
  • Für Betroffene ist wichtig, dass das Recht zur Verweigerung nach Artikel 4 Absatz 3 GG unabhängig vom Wegfall der Wehrpflicht weiter gilt
  • Relevant ist der konkrete Antragsrahmen, weil über die Entscheidung nur bei Vorliegen von Anschreiben, tabellarischem Lebenslauf und persönlicher Begründung entschieden werden kann

Wer ist betroffen?

  • 18-jährige Männer, die wehrpflichtig gemustert werden und einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung stellen können
  • Personen, die den Kriegsdienst aus Gewissensgründen gemäß Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes mit der Waffe verweigern wollen

Zahlen/Fakten?

  • 5.862 Anträge bis 30. Juni 2026
  • 3.867 Anträge im gesamten Jahr 2025; 2.656 Anträge bis Ende erstes Quartal 2026; 4.348 Anträge im Jahr 2011
  • 186.000 aktive Soldaten zuletzt; Ausbau auf 260.000 bis 2035

Wie geht’s weiter?

  • Die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung steigt 2026 weiter deutlich an und liegt bereits über dem Niveau von 2011
  • Über die Anträge kann entschieden werden, wenn ein Anschreiben, ein tabellarischer Lebenslauf und eine persönlich verfasste Begründung vorliegen
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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