Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Europa: Rüstungsbeschaffung und multinationale Kooperation
Multinationale Rüstungsprojekte seien oft „politisch wie organisatorisch mühsam“, aber kein europäischer Staat habe alle industriellen Fähigkeiten und die finanziellen Möglichkeiten, um komplexe Systeme allein zu stemmen. Das richtige Instrument seien internationale Beschaffungsorganisationen wie die Organisation für gemeinsame Rüstungskooperation (OCCAR) oder die Europäische Verteidigungsagentur (EDA). Diese werden von mehreren Staaten beziehungsweise der EU getragen. Zuletzt hat OCCAR unter anderem den Einkauf des leichten Kampfhubschraubers H145M für die Bundeswehr und andere Armeen gemanagt.
Solche Organisationen hätten bewiesen, „dass sie die Entwicklung und Lieferung komplexer Rüstungssysteme pünktlich, in hoher Qualität und zum vereinbarten Preis effektiv unterstützen können“, sagte Zimmermann. Sie benötigten jedoch mehr Ressourcen, um ihren wachsenden Aufgaben gerecht werden zu können: OCCAR hat derzeit gut 400 Mitarbeiter, das Beschaffungsamt der Bundeswehr etwa 11.800.
Neben der multilateralen Beschaffung für komplexe Systeme müssten „für taktische und standardisierte Waffen die Verfahren vereinfacht und dezentralisiert werden“, um schneller auf neue Bedrohungen reagieren zu können. Die Ukraine hat dafür die Plattform DOT-chain Defence kreiert, eine Art digitalen Katalog für Drohnen und andere Waffen aus der Massenproduktion, die ständig weiterentwickelt und dezentral bestellt werden können. In Deutschland gibt es eine solche Plattform bislang nicht.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Airbus H145M (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Europa steigert multinationale Rüstungsbeschaffungen um 230 Prozent auf 66 Milliarden Euro zwischen 2021 und 2025.
- Nationale Rüstungsbeschaffung stagnierte bei etwa 127 Milliarden Euro.
- Es besteht Bedarf an internationalen Beschaffungsorganisationen zur Optimierung der Rüstungsproduktion und -beschaffung.
Warum ist das wichtig?
- Steigerung des Einkaufsvolumens multinationaler Rüstungsprojekte um 230 Prozent erhöht Verteidigungsfähigkeit Europas
- Internationale Beschaffungsorganisationen könnten Entwicklung komplexer Rüstungssysteme effektiver unterstützen
- Notwendigkeit zur Vereinheitlichung und Dezentralisierung der Beschaffungsverfahren für schnellere Reaktionen auf Bedrohungen
Wer ist betroffen?
- Europäische Staaten
- Bundeswehr
- Rüstungsorganisationen wie OCCAR und EDA
Zahlen/Fakten?
- Einkaufsvolumen multinationaler Rüstungsprojekte zwischen 2021 und 2025: rund 66 Milliarden Euro, +230% im Vergleich zu den fünf Jahren davor
- Nationale Beschaffung von Rüstungsgütern: etwa 127 Milliarden Euro, stagnierend
- OCCAR hat derzeit gut 400 Mitarbeiter, Beschaffungsamt der Bundeswehr etwa 11.800
Wie geht’s weiter?
- Europa benötigt mehr multinationale Beschaffung zur Optimierung der industriellen Fähigkeiten.
- Internationale Beschaffungsorganisationen wie OCCAR und EDA sollen mehr Ressourcen erhalten.
- Vereinfachung und Dezentralisierung der Verfahren für taktische Waffen sind notwendig.
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