Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Wohnungsbaupolitik in Deutschland: Barrierefreiheit im Fokus
Berlin () – Die deutsche Wohnungswirtschaft fordert die Bundesregierung auf, einen dauerhaft verlässlichen Bund-Länder-Kraftakt zu starten. Schon heute fehlten 2,2 bis 2,5 Millionen weitgehend barrierefreie Wohnungen allein für ältere Haushalte mit Mobilitätseinschränkungen, teilte der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen mit.
„Bisherige Programme waren zu klein, zu unsicher und zu wenig auf die Breite des Mietwohnungsbestands ausgerichtet“, sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko dem „Focus“. Ein barrierefreies Bad helfe wenig, wenn es für die Mieter nicht mehr bezahlbar sei. Altersgerechtes Wohnen sei keine Komfortfrage, sondern zentrale Sozial-, Pflege- und Wohnungspolitik, so Gedaschko.
Die Regierungsparteien verweisen auf bereits ergriffene Maßnahmen. Die Union habe bei den Haushaltsverhandlungen durchgesetzt, dass das von der Ampel gestrichene KfW-Förderprogramm „Altersgerecht Umbauen“ wieder vom Bund finanziert werde, sagte der wohnungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Jan-Marco Luczak, dem „Focus“. „Als Union wollen wir insbesondere selbstnutzende Eigentümer von Auflagen und Genehmigungen entlasten.“ Für 2026 stehen 50 Millionen Euro bereit.
Der wohnungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Hendrik Bollmann, räumt Handlungsbedarf ein. „Ziel muss die Hebung auf 75 Millionen Euro sein“, sagte er dem „Focus“. Zudem sei die bestehende Rückbaupflicht ein wesentliches Hemmnis, da Mieter beim Auszug verpflichtet werden könnten, barrierefreie Umbauten auf eigene Kosten rückgängig zu machen.
Der Opposition reicht das nicht. „Dieses Hin und Her schafft Unsicherheit und sorgt dafür, dass altersgerechter Wohnraum weiterhin Mangelware bleibt“, kritisiert die wohnungspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Hanna Steinmüller, gegenüber dem „Focus“. Sie fordert eine dauerhafte Absicherung des KfW-Programms mit mindestens 150 Millionen Euro jährlich.
Ein Sprecher des Ministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen erklärte auf „Focus“-Anfrage, das Programm fördere den Abbau von Barrieren im Wohnungsbestand. Knapp 60 Prozent aller geförderten Neubaumietwohnungen seien 2025 bereits barrierefrei konzipiert worden.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Hausfassade (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Deutsche Wohnungswirtschaft fordert Bund-Länder-Kraftakt zur Schaffung barrierefreier Wohnungen.
- Fehlende 2,2 bis 2,5 Millionen Wohnungen für ältere Haushalte mit Mobilitätseinschränkungen.
- Regierungsparteien planen eine Erhöhung der Fördermittel, Opposition fordert dauerhafte Absicherung des KfW-Programms.
Warum ist das wichtig?
- Dringender Bedarf an barrierefreien Wohnungen für ältere Menschen mit Mobilitätseinschränkungen
- Altersgerechtes Wohnen als zentrale Sozial- und Wohnungspolitik
- Notwendigkeit einer dauerhaften Finanzierung und Planungssicherheit für Förderprogramme
Wer ist betroffen?
- ältere Haushalte mit Mobilitätseinschränkungen
- selbstnutzende Eigentümer
- Mieter, die beim Auszug barrierefreie Umbauten zurückbauen müssen
Zahlen/Fakten?
- 2,2 bis 2,5 Millionen fehlende barrierefreie Wohnungen für ältere Haushalte mit Mobilitätseinschränkungen
- 50 Millionen Euro Fördermittel für 2026
- Ziel zur Erhöhung der Mittel auf 75 Millionen Euro
Wie geht’s weiter?
- Bund-Länder-Kraftakt zur Schaffung barrierefreier Wohnungen initiieren
- KfW-Programm "Altersgerecht Umbauen" weiter finanzieren und ausbauen
- Mieterrechte bei Rückbaupflichten überarbeiten
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