Bericht: Russland und China entwickeln gemeinsame Raketenabwehr

9. Juli 2026
1 min Lesezeit

Bericht: Russland und China entwickeln gemeinsame Raketenabwehr

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Verteidigungspolitik: Russland und China im Fokus

Moskau () – Russland und haben einem Bericht zufolge im Geheimen eine gemeinsame „Entwicklung eines Luft- und Raketenabwehrsystems der nächsten Generation“ beschlossen.

Das System soll manövrierfähige ballistische Raketen und sogar Hyperschallraketen bekämpfen können. Das geht aus bislang nicht öffentlich bekannten Dokumenten hervor, die der „Spiegel“, das russische Investigativmedium „The Insider“ und die französische Tageszeitung „Le Monde“ in einer gemeinsamen monatelangen Recherche ausgewertet haben wollen. Hochrangige Vertreter von staatlichen russischen und chinesischen Rüstungsunternehmen sowie der chinesischen Volksbefreiungsarmee vereinbarten die Kooperation demnach bei einem geheimen Treffen in Moskau von Ende Mai bis Anfang Juni 2023.

Das Projekt wirke, „als wäre es durch den Wunsch motiviert, Waffen wie den neuen bodengestützten Hyperschallflugkörper der US-Streitkräfte frühzeitig abzufangen“, sagte Justin Bronk vom Royal United Services Institute in London dem „Spiegel“. Ziel sei offenbar, sowohl China als auch Russland vor Präzisionsschlägen aus großer Distanz zu schützen. Das Projekt dürfte darauf ausgerichtet sein, im Jahr 2030 Einsatzbereitschaft zu erreichen.

Gemeinsam gebaut werden sollen laut den Dokumenten Führungs- und Kontrolleinrichtungen für bodengebundene Raketen sowie ein „hochmanövrierfähiger Lenkflugkörper für eine integrierte Luftverteidigung“. Das System soll Hyperschallgeschosse in der letzten Flugphase in einer Höhe von bis zu 40 Kilometern bekämpfen können und ballistische Mittelstreckenraketen mit einer Reichweite von bis zu 4.000 Kilometern. An solchen Waffen arbeiten vor allem die Vereinigten Staaten. Die Volksbefreiungsarmee bereitet sich seit Jahren gezielt auf eine militärische Auseinandersetzung mit den US-Amerikanern im Pazifik vor.

Die Dimension der Zusammenarbeit zwischen Peking und Moskau überrascht selbst Experten. Kernfähigkeiten wie Luftverteidigungs- und Raketenabwehrsysteme sowie Frühwarnradare behielt Russland bislang für sich. „Das ist das Allerheiligste – etwas, das weder Russland noch die Sowjetunion jemals teilen wollten“, sagte Pavel Luzin dem „Spiegel“. Er dokumentiert den Handel mit Dual-use-Gütern zwischen den beiden Staaten seit Jahren. „Jetzt ist Russland dennoch dazu bereit.“

Das Projekt befand sich Mitte 2023 in einer frühen Phase, es ging aber schon um den Bau von Prototypen. Arbeitsgruppen wurden eingesetzt und regelmäßige Videokonferenzen beschlossen. Das Treffen 2023 in Moskau war nicht die erste Zusammenkunft, wie aus den Aufzeichnungen hervorgeht. Vertreter beider Seiten reisten seither regelmäßig zwischen Moskau und Peking hin und her. Das sollen laut dem „Spiegel“ Flugdaten belegen.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Kreml (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Russland und China haben im Geheimen ein gemeinsames Luft- und Raketenabwehrsystem beschlossen.
  • Das System soll Hyperschallraketen und manövrierfähige ballistische Raketen bekämpfen.
  • Die Kooperation wurde bei einem Treffen in Moskau von Ende Mai bis Anfang Juni 2023 vereinbart.

Warum ist das wichtig?

  • Stärkung der militärischen Kooperation zwischen Russland und China
  • Entwicklung fortschrittlicher Verteidigungstechnologien zur Abwehr von Hyperschallwaffen
  • Strategische Vorbereitung auf mögliche Konflikte mit den USA im Pazifik

Wer ist betroffen?

  • Russland
  • China
  • Vertreter von staatlichen russischen und chinesischen Rüstungsunternehmen

Zahlen/Fakten?

  • Russland und China entwickeln ein gemeinsames Luft- und Raketenabwehrsystem der nächsten Generation.
  • Ziel ist Einsatzbereitschaft im Jahr 2030; System bekämpft ballistische Mittelstreckenraketen bis 4.000 km Reichweite und Hyperschallgeschosse in Höhen bis 40 km.
  • Treffen in Moskau fand zwischen Ende Mai und Anfang Juni 2023 statt; Arbeitsgruppen und regelmäßige Videokonferenzen wurden beschlossen.

Wie geht’s weiter?

  • Entwicklung des Luft- und Raketenabwehrsystems fortsetzen
  • Prototypenbau und regelmäßige Treffen zwischen Russland und China
  • Ziel der Einsatzbereitschaft bis 2030 erreichen
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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