Sport - Was ist passiert – was dahinter steckt
Gesellschaft: Hamburg lehnt Olympiabewerbung ab
Hamburg () – Die Hamburger haben sich am Sonntag in einem Referendum deutlich gegen eine Bewerbung ihrer Stadt um die Olympischen und Paralympischen Spiele ausgesprochen.
Wie das Statistikamt Nord nach Auszählung fast aller Stimmen mitteilte, votierten 54,9 Prozent gegen die Pläne des Senats. 45,1 Prozent sprachen sich für die Bewerbung als Ausrichter der Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 aus. Die Abstimmungsbeteiligung lag bei 49,5 Prozent.
Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) äußerte, dass das Votum für den Senat verbindlich sei und die Bewerbung zurückgezogen werde. Er bedauert das Ergebnis, da sich viele Bürger auf die Spiele gefreut hätten. Tschentscher sagte, dass die Stadtentwicklung und Infrastrukturprojekte nun auch ohne Olympia mit „aller Kraft“ verfolgt werden sollen.
Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) bezeichnete den Ausgang des Referendums als „herbe Enttäuschung“ und „verpasste Chance“ für Hamburg. Sie respektiere das Votum, wünscht sich jedoch weiterhin Olympische Spiele in Deutschland. Sportsenator Andy Grote (SPD) dankte den Engagierten, die für die Bewerbung gekämpft hätten, und kündigte an, die „positive Energie“ der vergangenen Wochen für die Bewegungsförderung von Kindern und Jugendlichen zu nutzen.
Kritiker argumentierten gegen die Bewerbung mit unkalkulierbaren finanziellen Risiken sowie Belastungen für die Bevölkerung, die Stadt und die Umwelt durch den dadurch entstehenden Verkehr und die verbundenen Baumaßnahmen. Außerdem wurde befürchtet, dass die ohnehin hohen Mieten weiter steigen würden und es am Ende wenig positive Folgen für den Breitensport gebe.
Durch das Votum der Bevölkerung scheidet Hamburg aus dem Bewerbungsprozess aus und wird nicht wie geplant bis zum 4. Juni sein finales Konzept beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) einreichen. Über den deutschen Bewerber für die Spiele 2036, 2040 oder 2044 wird am 26. September bei der DOSB-Mitgliederversammlung nun zwischen München, Berlin und der Region Rhein-Ruhr entschieden. Bereits 2015 war eine Hamburger Bewerbung am Willen der Bevölkerung gescheitert.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Unterzeichnung der Vereinbarung zur Olympiabewerbung (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Hamburger Bürger stimmen in einem Referendum gegen die Olympiabewerbung.
- 54,9 Prozent der Stimmen waren gegen die Pläne des Senats.
- Hamburg scheidet aus dem Bewerbungsprozess aus.
Warum ist das wichtig?
- Bürgerentschluss stärkt demokratische Mitbestimmung in der Stadtentwicklung
- Vermeidung finanzieller Risiken und Belastungen für die Bevölkerung und Umwelt
- Fokus auf alternative Stadtentwicklungsprojekte ohne Olympische Spiele
Wer ist betroffen?
- Hamburger Bürger
- Senat der Stadt Hamburg
- Kritiker der Olympiabewerbung
Zahlen/Fakten?
- 54,9 Prozent der Stimmen gegen die Olympiabewerbung
- 49,5 Prozent Abstimmungsbeteiligung
- 45,1 Prozent stimmten für die Bewerbung
Wie geht’s weiter?
- Bewerbung der Stadt Hamburg um Olympische Spiele wird zurückgezogen
- Stadtentwicklung und Infrastrukturprojekte werden ohne Olympia vorangetrieben
- Entscheidung über deutschen Bewerber am 26. September zwischen München, Berlin und Rhein-Ruhr
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