Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
EU-Politik: Handelsoffensive gegen China
Brüssel () – Die EU-Kommission will am Freitag Maßnahmen vorstellen, mit denen ein handelspolitischer Kurswechsel gegenüber China eingeleitet werden soll.
Es gehe nicht um einen Bruch mit China, sondern um ein „echtes Rebalancing“ der Handelsbeziehung, sagte EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné dem „Handelsblatt“, der „Financial Times“ und „Le Monde“ (Freitagausgaben). Europa brauche „einen europäischen dritten Weg“, der China „auf die eine oder andere Weise zwingt“, ernsthafte Verhandlungen aufzunehmen.
„Europa hat im Grunde keine Wahl“, sagte der französische Kommissionsvizepräsident. Wenn Brüssel die Industrie nicht schütze, „zerbricht es wieder ins Nationale“.
Séjourné skizzierte vier neue Maßnahmen, mit denen die EU ihre Industrie stärker vor chinesischen Überkapazitäten schützen will. Erstens sollen Unternehmen in strategischen Bereichen stärker zur Diversifizierung ihrer Lieferketten verpflichtet werden. Séjourné nannte als Beispiel Vorgaben, wonach höchstens 60 Prozent der Lieferungen aus einem einzigen Land stammen dürften.
Zweitens sollen bestehende Handelsschutzinstrumente schneller und breiter angewandt werden. Drittens plant die Kommission einen neuen sektorweiten Schutzmechanismus. Die EU soll künftig nicht mehr nur einzelne Produkte oder Unternehmen untersuchen, sondern ganze Branchen mit Ausgleichszöllen schützen können.
Viertens will Séjourné die EU-Verordnung gegen ausländische Subventionen verschärfen. Wird ein chinesischer Anbieter bei einer öffentlichen Ausschreibung wegen unzulässiger Subventionen ausgeschlossen, soll er künftig auch bei anderen Ausschreibungen desselben Sektors gesperrt werden. Als Beispiel nannte Séjourné Elektrobusse des chinesischen Herstellers BYD, der sich derzeit in mehreren europäischen Städten um öffentliche Aufträge bewirbt.
Der Kurswechsel folgt auf wachsenden Druck mehrerer großer Mitgliedstaaten. Frankreich, Italien, Spanien und die Niederlande fordern in einem Papier sektorweite Zölle gegen chinesische Importe; auch die Bundesregierung begrüßt die Initiative.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Gebäude der EU-Kommission (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- EU-Kommission plant am Freitag Maßnahmen für einen handelspolitischen Kurswechsel gegenüber China.
- Vier neue Maßnahmen sollen die EU-Industrie vor chinesischen Überkapazitäten schützen.
- Mitgliedstaaten fordern sektorweite Zölle gegen chinesische Importe.
Warum ist das wichtig?
- Stärkung der europäischen Industrie durch Schutzmaßnahmen gegen chinesische Überkapazitäten
- Förderung der Diversifizierung der Lieferketten zur Verringerung der Abhängigkeit
- Angebot eines strukturierten Dialogs mit China zur Verbesserung der Handelsbeziehungen
Wer ist betroffen?
- Unternehmen in strategischen Bereichen
- EU-Mitgliedstaaten wie Frankreich, Italien, Spanien und die Niederlande
- Chinesische Anbieter, insbesondere im öffentlichen Auftragswesen
Zahlen/Fakten?
- 60% der Lieferungen sollen künftig maximal aus einem einzelnen Land stammen dürfen.
- Einführung eines neuen sektorweiten Schutzmechanismus für ganze Branchen.
- Verschärfung der EU-Verordnung gegen ausländische Subventionen bei öffentlichen Ausschreibungen.
Wie geht’s weiter?
- Vorstellung neuer handelspolitischer Maßnahmen gegenüber China durch die EU-Kommission
- Verpflichtung zur Diversifizierung von Lieferketten und schnellere Anwendung von Handelsschutzinstrumenten
- Einführung eines sektorweiten Schutzmechanismus und Verschärfung der Verordnung gegen ausländische Subventionen
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