Argentinien plant KI-Unternehmen ohne Menschen

23. Mai 2026
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Argentinien plant KI-Unternehmen ohne Menschen

Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt

Wirtschaftliche Reformen in Argentinien

Buenos Aires () – plant die Schaffung von KI-Unternehmen mit beschränkter Haftung. Das sagte Argentiniens Entbürokratisierungs-Minister Federico Sturzenegger der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Wir wollen das Firmenrecht verändern“, sagte er. So wolle man Unternehmen, die keine Menschen beschäftigen und rein aus Künstlicher Intelligenz entstanden sind, die Möglichkeit geben, eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung anzumelden.

Auf die Frage, ob das gefährlich sei, antwortete Sturzenegger der FAS, er hoffe, dass Europa bei dieser Position bleibe, obwohl doch die Niederländer einst die Gesellschaften mit beschränkter Haftung erfunden haben. Denn dann werde Europa keinerlei KI-Produktion haben, Argentinien aber schon. Argentinien werde das erste Land sein, das solche Regeln verabschiedet. „Das werden faszinierende Debatten sein, die da auf uns zukommen.“

Sturzenegger, der sich selbst als „Kettensäge“ von Präsident Javier Milei bezeichnet, zog eine Bilanz der bisherigen Deregulierungspolitik. Man habe 15.000 Verpflichtungen abgeschafft, sagte er. Der argentinische Staat werde niemals wieder ein Haushaltsdefizit haben. Die Inflation sei von 200 auf 30 Prozent gedrückt worden. Die Armutsquote sei zunächst auf 57 Prozent gestiegen und liege jetzt bei 28 Prozent. In den ersten zwei Jahren von Milei sei die Wirtschaft um zehn Prozent gewachsen – nach 15 Jahren der Stagnation.

Als Beispiel für erfolgreiche Deregulierung nannte Sturzenegger den Mietmarkt. Unter der Vorgängerregierung habe es ein Gesetz gegeben, das alle möglichen Einzelheiten eines Mietvertrages festgelegt habe, darunter das Verbot, die Miete im Laufe eines Jahres anzupassen. In einem Land mit 200 Prozent Inflation habe das dazu geführt, dass Vermieter ihre Wohnungen vom Markt nahmen. Nach der Deregulierung durch Milei seien die Mieten inflationsbereinigt um 30 Prozent gefallen.

Zum Vorwurf der Korruption gegen Mileis engen Vertrauten Manuel Adorni sagte Sturzenegger, das Beste, was sich gegen Korruption tun lasse, sei, die Größe des Staates zu reduzieren. Denn jede staatliche Regulierung biete eine Gelegenheit zur Korruption. Javier Milei selbst sei für ihn ein Mönch, ein Franziskanermönch. Er sei völlig uninteressiert an materiellen Dingen und konzentriere sich auf Argentinien.

Auf die Frage, ob von Argentinien lernen könne, antwortete Sturzenegger, man solle nicht ernsthaft einen Argentinier nach ökonomischen Ratschlägen fragen. Man frage ausgerechnet das Land, das für lange Zeit der schlechteste Schüler in der ganzen Klasse gewesen sei. Nur deswegen habe man sich ja für die radikale Veränderung entschieden.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Straßenszene in Buenos Aires vor Argentinischem Nationalkongress (Parlament) (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Argentinien plant die Schaffung von KI-Unternehmen mit beschränkter Haftung.
  • Deregulierungspolitik führte zu einer Reduzierung der Inflation und einer wachsenden Wirtschaft.

Warum ist das wichtig?

  • Entwicklung innovativer KI-Unternehmen in Argentinien stärkt Wettbewerbsfähigkeit
  • Erster nationaler rechtlicher Rahmen für KI-Firmen könnte Vorreiterfunktion in der globalen Diskussion einnehmen
  • Deregulierung zeigt positive wirtschaftliche Auswirkungen, wie gesunkene Inflation und Armut

Wer ist betroffen?

  • Unternehmen, die keine Menschen beschäftigen und aus Künstlicher Intelligenz entstanden sind
  • Argentinische Bürger
  • Politiker und Verwaltung in Argentinien

Zahlen/Fakten?

  • 15.000 abgeschaffte Verpflichtungen
  • Inflation gesenkt von 200% auf 30%
  • Armutsquote gesenkt von 57% auf 28%

Wie geht’s weiter?

  • Argentinien schafft KI-Unternehmen mit beschränkter Haftung
  • Änderungen im Firmenrecht geplant
  • Diskussionen über zukünftige KI-Regulierungen anstehend
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