Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Einbürgerungsentwicklung in Deutschland 2023
Berlin () – In Deutschland zeichnet sich ein neuer Einbürgerungsrekord ab. Im vergangenen Jahr erhielten mindestens 309.852 Menschen den deutschen Pass. Damit liegt die Zahl über dem bundesweiten Rekordwert von 291.955 Einbürgerungen im Jahr 2024.
Das berichtet die „Welt am Sonntag“. Die Daten stammen aus 14 Bundesländern. Mehrere von ihnen teilten sie auf Anfrage mit, andere haben sie bereits selbst veröffentlicht. Teilweise handelt es sich noch um vorläufige Werte. Bislang liegen keine Zahlen aus Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt vor. Auch aus Niedersachsen, dem Saarland und Schleswig-Holstein gibt es keine Gesamtzahlen. Allerdings haben fast alle Städte und Kreise dieser Länder ihre Einbürgerungsdaten auf Anfrage zur Verfügung gestellt.
Mehrere Kommunen berichten, dass sie aktuell rückläufige Antragszahlen erlebten. Allerdings bereiten sie sich schon auf den nächsten Einbürgerungsboom vor. Denn im kommenden Jahr dürften nach Einschätzung mehrerer Behörden zunehmend Ukrainer nach dem deutschen Pass streben. „Da die erste große Fluchtwelle mit dem Beginn des Ukraine-Konflikts am 24.02.2022 einsetzte, erreichen die ersten Geflüchteten die notwendige fünfjährige Voraufenthaltszeit im Frühjahr 2027″, sagte ein Sprecher des Landkreises Aurich der Zeitung. Im März 2027 laufe der bislang gewährte kollektive Schutzstatus aus. Um Rechtssicherheit zu erlangen, nutzten dann vermutlich viele Geflüchtete die verkürzte Fünfjahresfrist zur Einbürgerung, die durch die neue Zulassung der doppelten Staatsbürgerschaft zusätzlich an Attraktivität gewonnen habe.
Im Vergleich zu den Geflüchteten von 2015/2016 profitierten Ukrainer von erheblichen strukturellen Vorteilen. Dank des sofortigen Arbeitsmarktzugangs könnten viele die geforderte eigenständige Lebensunterhaltssicherung deutlich schneller vorweisen. Zudem entfielen langwierige Asylverfahren und Identitätsprüfungen. Es werde deswegen mit einem erneuten sprunghaften Anstieg der Antragszahlen gerechnet.
Andere Kommunen rechnen ebenfalls mit steigenden Antragszahlen, betonen allerdings, dass für Ukrainer aus dem aktuellen Schutzstatus heraus kein Rechtsanspruch auf Einbürgerung bestehe. Wie die Abfrage zeigt, bestehen zum Teil unterschiedliche Auffassungen darüber, wie mit ukrainischen Flüchtlingen umzugehen ist, die den deutschen Pass anstreben.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Menschen warten vor Bürgerbüro (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- In Deutschland wurde ein neuer Einbürgerungsrekord mit mindestens 309.852 Einbürgerungen im vergangenen Jahr erreicht.
- Behörden erwarten einen Anstieg bei den Einbürgerungen von Ukrainern ab März 2027, wenn viele die fünfjährige Voraufenthaltszeit erreicht haben.
- Einige Kommunen berichten von rückläufigen Antragszahlen, rechnen jedoch mit einem zukünftigen Anstieg.
Warum ist das wichtig?
- Rekordzahl an Einbürgerungen zeigt Integrationserfolge in Deutschland
- Anstieg der Anträge erwartet durch ukrainische Geflüchtete nach Auslaufen des Schutzstatus
- Unterschiedliche Auffassungen über den Umgang mit ukrainischen Anträgen verdeutlicht Unsicherheiten
Wer ist betroffen?
- Menschen, die den deutschen Pass anstreben
- Ukrainer, die nach dem deutschen Pass streben
- Geflüchtete aus der Ukraine
Zahlen/Fakten?
- 309.852 Einbürgerungen im Jahr 2022
- Rekordwert von 291.955 Einbürgerungen im Jahr 2024
- Prognose: Anstieg der Antragszahlen ab 2027 durch ukrainische Flüchtlinge
Wie geht’s weiter?
- Zukünftiger Einbürgerungsboom durch ukrainische Geflüchtete erwartet.
- Erste große Fluchtwelle erreicht fünfjährige Voraufenthaltszeit im Frühjahr 2027.
- Steigende Antragszahlen trotz aktueller Rückgänge in einigen Kommunen.
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