Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt
Arbeitsmarkt und Beschäftigung in Deutschland 2025
Wiesbaden () – Im Jahr 2025 haben sich in Deutschland fast 4,9 Millionen Nichterwerbstätige im Alter von 15 bis 74 Jahren Arbeit gewünscht, das waren gut 240.000 Personen oder 5,2 Prozent mehr als im Vorjahr.
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch nach Erstergebnissen des Mikrozensus 2025 mitteilte, setzte sich das ungenutzte Arbeitskräftepotenzial bei Nichterwerbstätigen aus knapp 1,7 Millionen Erwerbslosen und gut 3,2 Millionen Menschen in Stiller Reserve zusammen. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Zahl der Erwerbslosen um 170.000 (+11,3 Prozent) und die Zahl der Personen in Stiller Reserve um 70.000 (+2,3 Prozent).
Nichterwerbstätige mit Arbeitswunsch zählen nur dann zu den Erwerbslosen, wenn sie in den letzten vier Wochen aktiv nach einer Tätigkeit gesucht haben und eine eventuell angebotene Arbeit innerhalb von zwei Wochen aufnehmen könnten. Zur Stillen Reserve zählen Personen, die kurzfristig nicht für den Arbeitsmarkt verfügbar sind oder momentan nicht aktiv nach Arbeit suchen, sich aber trotzdem Arbeit wünschen.
Die Gruppe der Erwerblosen bestand im Jahr 2025 aus 962.000 Männern und 723.000 Frauen. Der Männeranteil lag damit bei 57,1 Prozent. Bei der Stillen Reserve überwogen dagegen Frauen mit einem Anteil von 55,2 Prozent (knapp 1,8 Millionen Frauen zu gut 1,4 Millionen Männern).
68,3 Prozent der Erwerbslosen und 59,5 Prozent der Stillen Reserve hatten 2025 ein mittleres oder hohes Qualifikationsniveau, das heißt mindestens eine abgeschlossene Berufsausbildung oder die Hoch-/Fachhochschulreife. Bei den Frauen hatten 72,4 Prozent (Erwerbslose) beziehungsweise 61,9 Prozent (Stille Reserve) eine mittlere oder hohe Qualifikation (Männer: 65,2 Prozent bzw. 56,5 Prozent).
Deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern zeigten sich bei den Hauptgründen für die Inaktivität am Arbeitsmarkt in der Altersgruppe der 25- bis 59-Jährigen: So gaben 30,7 Prozent beziehungsweise 354.000 der Frauen zwischen 25 und 59 Jahren in der Stillen Reserve an, dass sie aufgrund von Betreuungspflichten derzeit keine Arbeit aufnehmen können. Von den 25- bis 59-jährigen Männern in der Stillen Reserve nannten dagegen nur 5,3 Prozent beziehungsweise rund 40.000 Personen bestehende Betreuungspflichten als Hauptgrund. Dagegen spielen in dieser Altersgruppe gesundheitliche Einschränkungen insbesondere bei Männern eine bedeutende Rolle, werden aber auch bei Frauen häufig genannt: für 35,6 Prozent der Männer und 23,6 Prozent der Frauen in der Stillen Reserve war dies der Hauptgrund, nicht auf dem Arbeitsmarkt aktiv zu sein, so die Statistiker.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Schutzhelme (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Im Jahr 2025 wünschten sich in Deutschland 4,9 Millionen Nichterwerbstätige Arbeit, ein Anstieg um 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
- Die Zahl der Erwerbslosen erhöhte sich um 170.000 auf 1,7 Millionen, während die Stille Reserve um 70.000 auf über 3,2 Millionen anwuchs.
- 30,7 Prozent der Frauen in der Stillen Reserve gaben Betreuungspflichten als Hauptgrund für ihre Inaktivität an, während nur 5,3 Prozent der Männer dies angegeben haben.
Warum ist das wichtig?
- Zunahme der Nichterwerbstätigen mit Arbeitswunsch zeigt ungenutztes Arbeitskräftepotenzial in Deutschland.
- Unterschiede zwischen Geschlechtern bei Inaktivitätsgründen verdeutlichen soziale Herausforderungen, insbesondere Betreuungspflichten bei Frauen.
- Hohe Qualifikation der Erwerbslosen zeigt Fachkräftemangel und Bedarf an gezielter Arbeitsmarktintegration.
Wer ist betroffen?
- 4,9 Millionen Nichterwerbstätige im Alter von 15 bis 74 Jahren
- 1,7 Millionen Erwerbslose
- 3,2 Millionen Menschen in Stiller Reserve
Zahlen/Fakten?
- 4,9 Millionen Nichterwerbstätige mit Arbeitswunsch in Deutschland 2025
- 170.000 mehr Erwerbslose im Vergleich zum Vorjahr (+11,3 Prozent)
- 68,3 Prozent der Erwerbslosen hatten mittleres oder hohes Qualifikationsniveau
Wie geht’s weiter?
- Weitere Strategien zur Integration von Nichterwerbstätigen in den Arbeitsmarkt entwickeln
- Fokus auf Betreuungspflichten und gesundheitliche Einschränkungen in der Arbeitsmarktpolitik
- Anstieg der Erwerbslosigkeit und Stiller Reserve beobachten und gezielte Maßnahmen ergreifen
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