Schnitzer widerspricht Regierung bei Commerzbank

16. März 2026
1 min Lesezeit

Schnitzer widerspricht Regierung bei Commerzbank

Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt

Wirtschaftliche Perspektiven zur Bankenfusion in Berlin

() – Monika Schnitzer, die Vorsitzende des Sachverständigenrats Wirtschaft, stellt sich bei der möglichen Commerzbank-Übernahme durch die italienische Unicredit gegen die Position der Bundesregierung.

„Es spricht ökonomisch viel dafür, grenzüberschreitende Konsolidierungen ernsthaft zu prüfen, statt sie reflexhaft politisch abzuwehren“, sagte Schnitzer der FAZ. Der europäische Finanzmarkt sei nach wie vor zu wenig integriert, und gerade deutsche Banken seien weniger produktiv und damit weniger wettbewerbsfähig als manche ihrer internationalen Konkurrenten.

Der Sachverständigenrat gilt als das wichtigste wirtschaftspolitische Beratergremium der Bundesregierung. Schnitzer widerspricht damit Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD). Klingbeil hatte der FAZ. Ende Februar gesagt: „Die Strategie der Bundesregierung ist unverändert: Wir setzen auf die Eigenständigkeit der Commerzbank und stärken ihr dabei den Rücken. Was wir von Unicredit gegenüber der Commerzbank erlebt haben, war unfreundlich. Es geht um die Art und Weise. Die vorherige Bundesregierung und die jetzige haben das immer abgelehnt. Da bin ich mir mit dem Kanzler einig.“

Regierungsberaterin Schnitzer führte nun aus, dass große Bankenfusionen auch aus Sicht der Finanzstabilität heute positiver zu beurteilen seien als noch vor der Finanzkrise. Ebenso seien lokale Standortfragen gesamtwirtschaftlich nachrangig. „Die Sorge um Filialschließungen oder einzelne Arbeitsplätze greift zu kurz. Gerade darum geht es bei Strukturwandel: die Produktivität zu erhöhen und den Bankensektor effizienter zu machen“, sagte die „Wirtschaftsweise“. Politökonomisch könne eine europäische Bankenfusion Vorteile haben, weil sie die enge Verbindung zwischen nationaler Politik und „ihren“ Banken lockere und damit den impliziten staatlichen Rettungsreflex schwäche. „Eine nüchterne Bewertung sollte sich daher weniger an nationalen Reflexen orientieren, sondern an der Frage, ob dadurch ein stärkerer und wirklich europäischer Bankenmarkt entsteht.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Monika Schnitzer (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats Wirtschaft, widerspricht der Bundesregierung hinsichtlich der Commerzbank-Übernahme durch Unicredit.
  • Sie argumentiert für grenzüberschreitende Bankenfusionen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.
  • Schnitzer betont, dass große Bankenfusionen heute positiver für die Finanzstabilität zu bewerten seien als vor der Finanzkrise.

Warum ist das wichtig?

  • Förderung der Integration des europäischen Finanzmarkts
  • Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Banken
  • Erhöhung der Produktivität und Effizienz im Bankensektor

Wer ist betroffen?

  • Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats Wirtschaft
  • Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD)
  • Commerzbank und deren Mitarbeiter

Zahlen/Fakten?

  • Monika Schnitzer ist Vorsitzende des Sachverständigenrats Wirtschaft.
  • Bundesfinanzminister Lars Klingbeil befürwortet die Eigenständigkeit der Commerzbank.
  • Schnitzer schätzt große Bankenfusionen heute positiver ein als vor der Finanzkrise.

Wie geht’s weiter?

  • Prüfung von grenzüberschreitenden Bankenfusionen ernsthaft in Betracht ziehen
  • Stärkung eines integrierten europäischen Finanzmarktes anstreben
  • Überdenken der Politik bezüglich Bankenfusionen im Kontext von Produktivität und Effizienz
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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